Free Music Friday

Die Jugend in Großbritannien hat es diese Woche ja bereits festgestellt. Dinge für umsonst zu bekommen ist großartig!

Deptford Goth – No Man

Videos by VICE

Wir wissen nicht, wie Deptford Goth in Wirklichkeit heißt, sind grad aber auch zu träge zum Recherchieren, daher nur soviel: „No Man“ klingt zwar überhaupt nicht wie Moby’s „Porcelain“, wie gestern aus welchem Grund auch immer behauptet wurde, aber der mit dieser schiefen Referenz bezweckte Beweis einer starken 90er-Affinität des Süd-Londoner Produzenten würden wir unterschreiben. Deptford Goth’s Debüt-EP „Youth II“ erscheint am 17. Oktober bei Merok Records.

Computer Magic – End Of Time (Stay+ Remix)

Hinter Computer Magic verbirgt sich die einundzwanzigjährige New Yorker Grafikdesign-Studentin Danielle, die irgendwann letztes Jahr aus lauter Unterforderung anfing, in ihrem Zimmer fluffigen Elektropop zu komponieren, den sie dann umsonst ins Netz stellte. Inzwischen fängt das Ganze an, ein wenig professioneller zu werden, was heutzutage offenbar unweigerlich bedeutet, dass gleich zu ihrer ersten Veröffentlichung, der 7“ „End Of Time“ auf dem britischen Label Roundtable Records, eine ganze Reihe überhipper Produzenten bemüht wurde, um den paar Songs mit Remixes ihren eigenen Stil überzustülpen. Dass das auch gelingen kann, beweisen Stay+ aus Manchester.

Trailer Trash Tracys – Dies in 55

Die Londoner Trailer Trash Tracys hatten vor zwei Jahren mal ein paar wenige Hits in der Blogwelt, weil sie damals so ähnlich klangen wie die Vivian Girls oder die Dum Dum Girls oder irgendeine andere Girlgroup aus der amerikanischen Lo-Fi-Schule, und 2009 war das vollkommen ausreichend. Dass sich die Popwelt in der Zwischenzeit weiterdrehte, hat sich bis London immerhin rumgesprochen (bis nach Brooklyn oder LA nicht unbedingt, aber das sollte jetzt trotzdem niemand als Kritik missdeuten), und so klingt „Dies in 55“ zwar noch immer schwer nach retro, aber so unerwartet wie erfrischend nicht wie ein weiteres „Candy Girl“. Mehr erwarten wir doch gar nicht. Bis zum Debütalbum wird es trotzdem noch ein wenig dauern, im Frühjahr 2012 soll es aber angeblich so weit sein.

Memoryhouse – Quiet America

Manche Dinge dauern halt, und das ist völlig in Ordnung so. Andere Dinge wiederum dauern auch, aber das ewige Warten wird irgendwann unerträglich, bis man plötzlich an einem Punkt angelangt ist, an dem man sich gar nicht mehr richtig erinnert, worauf man eigentlich genau wartet, und vor allem warum. Das Debüt-Album des kanadischen Dream Pop-Duos Memoryhouse gehört in letztere Kategorie. Nur noch dunkel erinnern wir uns, wie sehr uns die beiden im harten Winter 2009/10 mit ihrer EP „The Years“ wärmten, denn seitdem ist eigentlich nicht viel passiert. Und statt jetzt endlich mit der längst überfälligen LP um die Ecke zu kommen, gibt es am 13. September lediglich die Wiederveröffentlichung (!) von „The Years“ auf Sub Pop. Na dann. Wenigstens sind zwei neue Songs dabei. Einer davon ist „Quiet America“, und immerhin, dank des wundervollen Videos wissen wir wieder, warum sich das Warten bei diesen beiden hier am Ende doch gelohnt haben könnte – auch wenn wir keine Ahnung haben, wann das ein Ende haben wird.

Porcelain Raft – Talk to Me (Pierce & Pierce’s Epilogue Remix)

Porcelain Raft alias Mauro Remiddi wurde an dieser Stelle ja schon gelegentlich mit warmen Worten bedacht, und deshalb wollen wir uns diesmal darauf beschränken mitzuteilen, dass sein Label Acéphale aus Gründen purer PR eine feine EP mit Remixes zusammengestellt hat, die man sich hier kostenlos herunterladen kann, nein, sollte.

HENNING LAHMANN

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