Die Berliner Polizei ist ein modernes, flottes Unternehmen, das sich auch für Social Media-Netzwerke begeistert. Seit März „zwitschert die Polizei bei Twitter” (ein geflügeltes Sprichwort, das sich auch die Beamten aneigneten) über @PolizeiBerlin und bei Spezialeinsätzen über @PolizeiBerlin_E. Von einem der ersten erfolgreichen Einsätze bei einer Kreuzberger Demo berichteten wir bereits.
Am kommenden Freitag um 19 Uhr beginnt die nächste spektakuläre Social Media-Aktion der Berliner Behörde: Unter #24hPolizei könnt ihr jeden einzelnen Einsatz über Twitter mitverfolgen. Über ihren konventionellen Einsatzaccount kündigt die Polizei die Attraktion bereits mit einem entsprechenden Banner für das Live-Event an:
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Hinweis auf die Twitteraktion bei @PolizeiBerlin_E
Für die 24 Stunden rechnet die Polizei mit 3000 Einsatzfahrten. Die Anzahl der bisher abgesetzten 200 Tweets auf dem Einsatzaccount dürfte also innerhalb eines Tages locker gesprengt werden. Um die permanente Microblogging-Live-Versorgung zu gewährleisten sind in dieser Zeit neun Beamte in der 110-Zentrale beschäftigt.
Man kann nur hoffen, dass sie von den Multitaskinganforderungen nicht überfordert sind und zuerst den Notruf weitergeben und danach erst den Tweet absetzen. Die Polizei hat ihre Aktion auch extra bei Twitter angekündigt, um zu verhindern, dass ihr Account während der Aktion von dem Social Media-Unternehmen gar als Spam eingeordnet werden würde.
Zur Einstimmung hier ein paar Beispiele für klassische Polizei-Tweets:
Es soll jeder einzelne Einsatz über das Soziale Netzwerk weitergegeben werden. „Das ist wie Polizeifunk abhören, nur legal.”, erzählte ein Beamter im Präsidum dem Tagesspiegel. In keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele Einsätze wie in Berlin. 2013 gingen insgesamt 1,4 Millionen Notrufe bei der 110 ein, welche in rund 700 000 Funkwageneinsätzen resultierten.

Polizist im Hauptstadteinsatz. Bild: Polizei Berlin. Mit freundlicher Genehmigung
Laut Heise lobte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft gegenüber der dpa die Aktion. „Wir begrüßen das ausdrücklich, weil so die tägliche Arbeitslast transparent gemacht wird.” Weiter erzählt er: „Berlin ist Demonstrationshauptstadt in Europa. Hinzu kommen die vielfältigen Sonder- und Schwerpunkteinsätze auch im Rahmen der Hauptstadtfunktion. Und gleichzeitig hat Berlin die am schlechtesten bezahlte Polizei in Deutschland.”
Durch die modernen Kommunikationsmittel will die Polizei das Leben auf Streife auch dem Nachwuchs schmackhaft machen. Und mit den angepeilten 3000 Tweets ist sogar die Action garantiert.
Das Wochenende wird also ein Hauptstadtthriller im Twitterformat. Da kann der Tatort (und die anhängige Twitter-Debatte) jawohl mal locker einpacken.
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