Was sich gestern in Osnabrück abgespielt hat, hat nicht nur im DFB-Pokal, sondern nirgendwo im Fußball etwas zu suchen. Im Erstrundenspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Red Bull Leipzig ist beim Stand von 1:0 für den Außenseiter Schiedsrichter Martin Petersen von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde. Daraufhin wurde das Spiel nach kurzer Überlegung vonseiten der Verantwortlichen abgebrochen.
Das Wurfgeschoss kam aus dem VfL-Block. Ob es aber tatsächlich dem Unparteiischen galt oder nicht viel eher Red-Bull-Spieler Davie Selke, der direkt daneben stand, ist unklar. Klar ist aber, dass sich der VfL mit dieser Aktion selbst geschadet hat, auch wenn man besser sagen sollte: dass ein Idiot, der sich selbst als VfL-Fan bezeichnet, seinem Verein geschadet hat. Denn der Drittligist führte auch noch nach 70 Minuten verdient gegen den hoch ambitionierten Zweitligaverein und schickte sich an, für die nächste Pokalsensation zu sorgen. Bis eben die Entscheidung einer einzelnen Person ein ganzes Spiel gekippt und den Verein mit hoher Wahrscheinlichkeit um mehr als 270.000 Euro, die es für ein Weiterkommen gegeben hätte, gebracht hat—Geld, das der Drittligist gut hätte gebrauchen können.
Videos by VICE
Direkt nach dem Vorfall richtete sich VfL-Präsident Hermann Queckenstedt an die Fans im Stadion. „Das ist der bitterste Tag in meiner Amtszeit als VfL-Präsident”, so der Klubchef der Osnabrücker. „Das Spiel ist hiermit beendet. Ich bitte jetzt alle Fans, in Ruhe das Stadion zu verlassen und dem VfL treu zu bleiben.”
Über die Wertung des Spiels wird nun das DFB-Sportgericht entscheiden müssen. „Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen bereits aufgenommen. Über die Spielwertung wird dann das DFB-Sportgericht entscheiden. Daneben geht es um die sportrechtliche Sanktion gegen den Verein, dem der Vorfall zuzurechnen ist”, sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker in einer Stellungnahme am Montagabend. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Partie zugunsten von Red Bull gewertet wird.
Doch der skandalöse Vorfall von Osnabrück hat noch eine zweite Lesart. Denn wer die Szene direkt vor dem Feuerzeugwurf gesehen hat, hat auch gesehen, wie VfL-Reservespieler Michael Hohnstedt, der sich hinter dem Tor der Osnabrücker aufgewärmt hat, auf den Platz lief und Selke aufs Übelste verhöhnt und provoziert hat. Erst die unnötige Aktion Hohnstedts führte dazu, dass Schiedsrichter Petersen überhaupt zur Torauslinie gelaufen kam. Der offene Hass, der den Bullen vielerorts entgegenschlägt, darf nicht auch noch von Fußballprofis mitgetragen werden. Denn wenn schon Spieler, die eigentlich eine Vorbildfunktion ausüben sollten, so gegenüber unliebsamen Vereinen auftreten, will man sich gar nicht ausmalen, was von einigen „Fans”—die sich in ihrem Verhalten dann auch noch bestätigt fühlen—noch alles kommen kann.
Indes hat RB Leipzig den Osnabrückern ein Wiederholungsspiel angeboten, um „solchen Chaoten im Fußball keine Plattform zu bieten, in diesen Sport negativ einzugreifen oder ihn sogar zu bestimmen.” Gut denkbar, dass RB Leipzig nicht noch mehr Hass schüren will, weil man nur am grünen Tisch in die zweite Pokalrunde eingezogen wäre.
More
From VICE
-

-

The Apple Watch Ultra 3, because there aren't pics of a rumored, unreleased Ultra 4 yet. – Credit: Apple -

Bruce Willis -

Nickelodeon