Der rappende Sohn von Tom Hanks

Chet Haze ist der Sohn von Tom Hanks. Außerdem ist er ein Rapper. Im Internet musste er ziemlich viel Prügel einstecken, eben weil er der Sohn von Tom Hanks ist und ein Rapper.

Erst dachte ich, es sei eine Verarsche, aber seine Musik ist nicht schlecht genug um ein Witz zu sein. Also vermutete ich, dass er einfach die unreflektierteste Person auf dieser Welt ist (Hier ein Auszug aus einem Text von ihm: “Step to me/get beat down like Rodney King”)

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Ich traf mich mit Chet für ein kurzes Interview in einem Biomarkt in der Nähe von seinem Haus (EINEM BIOSUPERMARKT!!!). Es war nicht erlaubt Fotos zu machen (warum, wird am Ende des Interview geklärt), deshalb habe ich die Bilder die ihr in diesem Post seht, mit Photoshop erstellt.

VICE: Hi Chet. Erzähl mir was von dir

Chet Haze: Ich bin 20 Jahre alt und studiere an der Northwestern University. Ich bin in Los Angeles geboren und aufgewachsen und ja, ich bin Rapper. Ich mache Hip Hop.

Was studierst du?

Theaterwissenschaften.

Was hat zu der Entscheidung geführt, ein Rapper werden zu wollen?

Meine Liebe und Leidenschaft zu Hip Hop, es ist halt einfach passiert. Es war keine bewusste Entscheidung, ich hatte keine Erkenntnis in der Art „das ist jetzt genau das, was du tun willst“. Was mache ich also? Ich mache Musik.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Chet Haze aus?

Tagsüber gehe ich in die Uni und verbringe zwischendurch viel Zeit mit Herumhängen, ich führe also ein normales Studentenleben. Ich bin in einer Verbindung, die restliche Zeit verbringe ich im Studio um Musik zu machen.

Wir haben keine Studentenverbindungen hier. Ich kenne sie nur aus Filmen. Es ist eine Zusammenkunft von sportlichen Leuten, die Alkohol aus roten Plastikbechern trinken und Streber fertigmachen, oder?

Haha. Eigentlich ist es nur eine Gruppe von Leuten, die gute Freunde sind und zusammenhalten, weißt du was ich meine?

Wie eine Gang?

Mehr wie ein Club, wurde ich sagen.

Was hat dich dazu gebracht, dein Mixtape gerade am Valentinstag zu veröffentlichen?

Es ist ein einprägsames Datum. Außerdem könnte man es als ein Valentinsgeschenk für Mädchen betrachten.

Also ist dein Mixtape ein Valentinsgeschenk an alle Frauen?

Ja, es ist ein Geschenk für alle Frauen. Und für die Rap-Branche im Allgemeinen und für das St. Valentinstags Massaker!

Das St. Valentinsmassaker?

Das fand in Chicago statt.

Ähm, OK. Was sind langfristig gesehen, deine Karriereziele? Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Ich mache bereits was ich machen will. Musik ist mein Lebensmittelpunkt. Ich plane zwar, das College zu beenden, aber ich möchte in der Musikbranche Karriere machen.

Hast du auf das was du veröffentlicht hast, positives Feedback bekommen?

Yeah.

Wie ist das für dich, dass du der Sohn von Tom Hanks bist. Bekommst du viel Aufmerksamkeit?

Es ist mir bewusst, dass über meine Musik aus diesem Grund so viel diskutiert wird. Ich bin dankbar für die Öffentlichkeit, die ich dadurch bekomme. Davon abgesehen, bringt es mich manchmal auch in heikle Situationen.

Heikle Situationen? Welche zum Beispiel?

In meiner Kindheit wollten Leute nur mit mir befreundet sein, um meinen Vater zu treffen. Ich war ihnen dabei vollkommen egal. So ist es halt…das gehört dazu.

Und wie findet er deine Musik? Hat er sie sich angehört?

Ja, er kennt vieles davon. Er unterstützt mich in allem.

Meinst du, dass es als Rapper ein Problem ist, dass du aus guten Verhältnissen stammst?

Ich denke, das schadet meinem Ruf als Rap-Künstler nicht im Geringsten. Hip Hop ist weitgefächert. Die Musik überschreitet Grenzen zwischen Rasse oder sozial-ökonomischen Hintergründen. Es spielt keine Rolle, aus welchem Land du kommst und welche Nationalität du bist. Hip Hop ist eine spezielle Musik. Eine Kunstform. Eine Kultur. Hip Hop hat einfach zu mir gesprochen.

In einem deiner Songs stellst du die Frage: „Wer sagt, weiße Kids aus den Vororten können nicht freestylen“? Denkst du, dass deine Hautfarbe ein Hindernis in der Branche ist?

Es ist ein spezieller Faktor. Aber ich würde es nicht als Hindernis ansehen. Ich kann es ebenso als Geschenk betrachten, das mich auf einen anderen Pfad führt.

Warum drehen sich so viele deiner Songs um Weed?

Es gehört einfach zum Collegeleben. Ich will einfach über etwas rappen, was ich tue. Auch wenn ich nicht sagen würde, dass sich mein Leben hauptsächlich darum dreht. Es ist ein Aspekt, über den ich in einem Song rede. Ich bin nicht das Zerrbild einer Person, die auf Partys nur trinkt und Gras raucht. Ich bin mehr als das.

Inwiefern kommt diese Vielschichtigkeit durch dein Mixtape rüber? Was sind deine Haupthemen?

Auf dem Mixtape gibt es viele verschiedene Arten von Songs. Es soll einfach eine gute erste Vorstellung meiner Person liefern. Natürlich soll das nicht alles von Chet Haze gewesen sein. Es ist nicht alles, was ich zu sagen habe, es ist nicht mal ein Bruchteil von dem, was Chet Haze zu sagen hat.

Welche Methode benutzt du beim Songschreiben?

Ich schreibe die Texte in mein Blackberry.

Manche Leute meinen, dein Song „White and Purple“(Nu Remix) ist ein Plagiat.

Es ist ein Remix von Wiz Kalifahs „Black and Yelllow”.

Ich meinte „White and Purple“(NU Anthem 2010) von Mo Greene.

Ja, da gab es noch eine andere Version. Aber er hat nicht dieselbe Popularität erreicht wie ich.

Ähm, OK. Ich denke, damit hätten wir alles. Stört es dich, wenn ich ein paar Bilder von dir mache, bevor ich gehe?

Nein. Ich will keine Fotos.

Warum nicht?

Weil ich im Moment keine Bilder von mir machen lasse.

Warum?

Weil ich mich gerade von einer Erkältung erhole. Wir können dir eine Pressemappe mit Fotos schicken, auf denen ich fit aussehe.

Oh Gut. Trotzdem “T.Hanks “!

Du kannst Chets Mixtape hier herunterladen

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