Die Nord-CDU hat Probleme und sorgt sich um die Schnitzelhoheit auf norddeutschen Tellern. In allen öffentlichen Kantinen und in Kitas und Schulen soll es auch weiterhin Schweinefleisch geben, damit eine Mehrheit nicht „aus falsch verstandener Rücksichtnahme” von Minderheiten drangsaliert werde. Das fordert die CDU im Kieler Landtag. Vegetarier, Veganer und Muslime sind demnach die Gruppen, die die Bediensteten und Kinder des Landes vom Schnitzel-Pommes abhalten wollen. „Toleranz bedeutet in einer pluralistischen Gesellschaft auch die Anerkennung und Duldung anderer Esskulturen und Lebensweisen”, so steht es in dem Antrag.
Zahlen dazu kann die CDU derweil nicht nennen, man wisse von manchen Kitas vom Hörensagen, um Fakten geht es nicht. Etwas weiter nördlich in Dänemark hatte man die Debatte auch schon. Der „Frikadellenkrieg” sollte die Identität des Landes schützen. Der Rechtspopulist Martin Henriksen hatte auf seiner Seite verlauten lassen, es sei „inakzeptabel, dänische Esskultur zu verbieten”, sechs von zehn Dänen stimmten dem in einer Umfrage zu. Auch im französischen Chalon-sur-Saône strich man die Menüs ohne Schweinefleisch mit Verweis auf das „Prinzip der Laizität”, der Trennung von Kirche und Staat. Vielfalt soll hier immer mit gesetzlichem Zwang durchgesetzt werden, was nicht ohne Ironie ist—das lässt sich nur schwerlich verordnen.
Videos by VICE
Die Nord-CDU hat derweil mit drei Problemen zu kämpfen: Den Frauen (zu wenig), dem Geld (viel, viel zu wenig), der Führung (nicht Fisch, nicht Fleisch). Es bleibt die Positionierung als Schweineschnitzelpartei.
More
From VICE
-

Robin Williams (Photo by Sonia Moskowitz/Images/Getty Images) -

(Photo by Jim WATSON / AFP via Getty Images) -

Seinfeld (Photo by FILES/AFP via Getty Images)
