Die Poolinale ist auch eine Comfort Zone

Liebe stay–at–homes, eure Tage sind gezählt. Die Argumente eure Comfort Zone zu verlassen werden immer aufdringlicher. Die Temperaturen locken wieder mehr Mensch und weniger Daunenjacken nach draußen. Die Frauen kommen wieder drauf, dass sie schwanger ausschauen, und das Programm der vierten Poolinaleschreit regelrecht danach gesehen zu werden. Wenn ihr die Verbindungen da nicht seht, dann weiß ich auch nicht.

Die Poolinale 2014 hat sich heuer das Thema Musik und Gesellschaft zur Brust genommen. Das macht recht viel Sinn, denn für wen ist Musik schon, wenn nicht für die Gesellschaft und die Kultur, in der wir leben? Eben. Das Musik–Film-Festival findet vom 25.–30. März im Topkino, dem Porgy&Bess und dem Gartenbaukino statt. Zum Kick–Off am 25. wird die Mockumentary This is Spinal Tap im Gartenbaukino gezeigt, wo anschließend der Strahler 80 die Poolinale salutiert.

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Zwei österreichische Produktionen sind ebenso vertreten. Zum Einen ist da der Anti–Musik– und Weltschmerzfilm DMD KIU LIDT mit und um Ja, Panik und zum Anderen Fuck the Atlantic Ocean. 2011 haben They Shoot Music, Don´t They Matthisas Frey alias Sweet, Sweet Moon bei einer Akkustiksession gefilmt. Das Video ist auf YouTube und somit auch in Südamerika—wo denn sonst?—gelandet. Sweet, Sweet Moon hatte plötzlich eine Menge Fans am anderen Ende der Welt. They Shoot Music, Don´t Theyund Sweet, Sweet Moon sind mit der finanziellen Unterstützung von Crowdfunding über den großen See nach Argentinien und Chile gereist. Dort haben sie in der Wüste, in Tanzstudios, auf Straßen und sonstigen unüblichen Orten gespielt. Die Poolinale zeigt die Uraufführung des Roadmovies.

Dann ist da noch die Dokumentiation über Lamb of God, die wir uns vorab schon angesehen haben. Wenn man Lamb of God hört, fragt man sich bald, ob es so etwas wie einen präventiven Tinnitus gibt. Die aus Richmond stammende Metalcoreband hat es mit ihrem Album Wrath auf Platz 2 der Billboard 200 Charts geschafft—Platz 1 belegte Taylor Swift. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Die initiale Idee der Dokumentation As the palaces burn war, den Fokus von der Bühne auf die Fans zu legen. Zu Beginn der Doku wirst du Oscar aus Kolumbien kennen lernen, der durch die Drogenkriege 1990 einen Teil seiner Familie und Freunde verloren hat. Oscar hat sich auf den einsamen Weg gemacht, die Drogenwelt hinter sich zu lassen. Die Musik von Lamb of God war ständiger Begleiter seines einsamen Weges, und seine Möglichkeit seine Wut auf die Welt zu kanalisieren. Dann ist da noch das indische Mädchen Pratika. Ein sympathisches, pubertierendes Wesen, das seine Leidenschaft für Lamb of God immer wieder verteidigen muss. Zwei Menschen, zwei Geschichten, die einen gemeinsamen Plot haben: die härteste, dröhnendste Fanstory die es vielleicht gibt.

Zu Hause sterben ja bekanntlich die Leute aber die Poolinale ist nicht nur deshalb ganz gut für euch. Schließlich verbindet sie die zwei besten Dinge die es gibt: Musik und Film. Außerdem sind Musikdokumentationen nicht so unfassbar langweilig wie beispielsweise eine Doku über das Merinoschaf.

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