Free Music Friday

Man kann nichts verkaufen, was nichts kostet.

Ford & Lopatin – Emergency Room

Videos by VICE

Im letzten Jahr noch begeisterten uns die Brooklyner Daniel Lopatin, bekannt als Oneohtrix Point Never, und Joel Ford von der Band Tigercity mit den gnadenlos tanzbaren und tief in den Achtzigern verwurzelten Synth-Sounds ihres Projektes Games, Nach einer Single und einer EP erfolgte nun der nicht näher begründete Namenswechsel zum trockenen Ford & Lopatin, ansonsten hat sich nicht viel geändert: Der neue Song „Emergency Room“ mag es ein wenig ruhiger angehen als die Lieder auf „That We Can Play“ von 2010, doch das Grundrezept ist identisch geblieben. „Emergency Room“ ist die erste Single ihres Debütalbums „Channel Pressure“, das Anfang Juni auf ihrem neuen, eigenen Label Software erscheinen wird.

Maria Minerva – California Scheming

Maria Minerva, die eigentlich Maria Juur heißt, ist im schönen Tallinn in Estland geboren, hat es dort aber nicht allzu lange ausgehalten – nun lebt sie in London, studiert irgendwas mit Kultur und Medien und wohnt in einem viel zu kleinen und natürlich überteuerten Apartment, was sie zum Glück nicht davon abhält, dort allein in ihrem Zimmer grandios verhuschten Bedroom-Pop zu produzieren, betont lo-fi und immer in Richtung Disco schielend. Und ja, das erinnert immer ein wenig an Nite Jewel, aber das ist doch wirklich nichts Schlechtes, oder? Maria Minervas Debüt „Tallinn At Dawn“ ist auf Kassette bei Not Not Fun in Los Angeles erschienen, aber bereits ausverkauft. Heulen hilft nicht, nur Warten: Im Sommer kommt auf dem gleichen Label ihre erste richtige LP.

Moon Tides – Swimming

Der Frühling soll ja jetzt begonnen haben, so hat man uns erzählt. Das reicht nicht, nicht nach diesem mal wieder viel zu langen Winter. Wir verlangen Sommer, jetzt. Und wir bekommen, immerhin, dieses sonnendurchtränkte Lied von Moon Tides aus Colorado, das uns wenigstens ahnen lässt, wie Sommer klingt. Seit dem Duo Tennis wissen wir, dass die Menschen in jenem Bundesstaat, fernab jeglicher Küste, eine besondere Affinität zum Meer pflegen, und tatsächlich haben wir so fabelhaften Beachpop schon länger nicht gehört. Das Debüt der Band kommt bald auf Kassette via Sweat Lodge Guru.

Hard Mix – For Me

Noah Smith stammt aus South Carolina, diesem merkwürdig unbekannten US-Staat, der seit ungefähr zwei Jahren beweist, dass er eine fast schon absurd aufregende Musikszene beheimatet. Als Hard Mix ist Smith seit Anfang 2010 dabei, und um seine wenigen, über das letzte Jahr verstreuten Songs wurde ein ziemlicher Hype veranstaltet. Zu Recht. Jetzt ist sein sehr gutes Debütalbum „Defaults“ erschienen, und das Beste daran ist: Man kann es sich hier völlig kostenlos herunterladen.

Rene Hell – E.S. Des Grauens In Fifths

Zum Schluss wird es noch einmal ein wenig dunkler – Jeff Witscher alias Rene Hell hat gerade sein neuestes Album „The Terminal Symphony“ bei Type heraus gebracht, zehn sehr hypnotische Stücke zwischen Noise und Amient, die an analogen Synthesizern komponiert wurden und die dem geneigten Hörer zwar mitunter einiges abverlangen, zugleich aber im Verlauf der gesamten Platte einen nahezu unwiderstehlichen Sog entwickeln.

HENNING LAHMANN

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