Ich trat nach dem Ende der Highschool der Society of the Atonement bei. Ich wurde aber bereits nach einem Jahr gezwungen wieder auszutreten. Danach wurde ich Student der Fakultät für Christliche Studien an der Nanzan Universität in Nagoya und trat in die an die Universität angebundene missionarische Vereinigung Society of the Devine World ein. Auch hier wurde ich nach einem Jahr gebeten wieder auszutreten. Also setzte ich ein Jahr lang aus und trat dann wieder ein, nun aber als Theologe der Gemeinde von Nagoya. Dennoch wurde ich immer wieder aus den verschiedensten Vereinigungen geworfen.
Meist lag es daran, dass ich Mama, die Heilige Jungfrau, zu sehr liebte. Sie sagten, ich sei zu sehr darauf fixiert.
Ja, wie ein Neugeborenes seine Mutter liebt. Ich wurde mit einer Seele geboren, die nur wie ein Baby lieben kann, also war es natürlich für mich, völlig vernarrt in sie zu sein. Die Kirche aber fand, meine Art sie zu lieben, sei zu verrückt.
Als die Leute anfingen, sich hier zu versammeln, um meine Predigten zu hören, war zunächst nicht einer von ihnen gut genug, um die klösterlichen Gelübde abzulegen. Mir wurde klar, dass es, statt ein Kloster aufzubauen, besser wäre, für diese Leute etwas viel Simpleres zu errichten. Und dank dieser Erkenntnis wurde mir die Inspiration des Himmels zuteil und so baute ich schließlich die Dohsyuku-kai.
Ich zog am 29. September 2005 hierher. Ich hatte persönlich weder ein Verlangen danach, das alles hier aufzubauen, noch habe ich es geplant. Mir wurde vielmehr von Gott die Aufgabe übertragen, diese Gruppe anhand der Prinzipien, die Er mir übermittelt hat, zu erschaffen.
Ich predige die Lehren der römisch-katholischen Kirche, deren Glaubensätze und Moral ich vollständig verinnerlicht habe. Das bedeutet natürlich, dass wir alle anderen Religionen außer unserer eigenen ablehnen müssen. Eins unserer fundamentalen Prinzipien ist, dass wir dieses weiße Little-Pebble-Kleid mit Stolz tragen, um der Welt zu zeigen, dass wir vollkommen hinter Mr Little Pebble stehen.
Es gibt zwei Abteilungen: die Little Pebble Dohsyuku-kai Shimitsukoya Community hier in der Präfektur Akita und die Our Lady of Akita and Amakusa and All Martyrs of Japan Community in Nagoya, in der Präfektur Aichi. Hier in der Shimitsukoya Community zählen wir sieben Anhänger, darunter die Zwillinge, mit denen Clara schwanger ist, und in Nagoya sind es zwei und ein weiterer in Yokohama. Eins unserer Mitglieder ist eine Mutter dreier Kinder, die wie Clara ein Eizellen-Baby in ihrer Gebärmutter trägt.
Wenn die Eizelle einer Frau sich selbst befruchtet. Ein anderer Begriff dafür ist meines Wissens „Jungfernzeugung“, oder Parthenogenese. Es gibt keinen biologischen Vater. Es ist ein Wunder, das Gott uns beschert hat, um die Unschuld von Mr Little Pebble zu beweisen, der seit mehr als vier Jahren in Sydney in Australien hinter Gittern sitzt.
Ich habe drei Monate bei ihm studiert.
Ich bin einfach Gottes Anweisungen gefolgt. Die von Mr Little Pebble gegründete Gemeinde hat uns aufgefordert, alle Informationen über ihn von unserer Website zu entfernen. Der Herr aber sagte mir: „Dies ist nicht mein Wunsch. Ich befehle dir, den Namen Little Pebble stolz für deine Sache zu verwenden.“ Also lehnte ich ihre Forderungen ab.
Gemäß Gottes Methode vor dem Altar, vor der Eucharistie und somit vor Gott korrekten Geschlechtsverkehr zu haben.
Wir können euch keine expliziten Fotos des Rituals zeigen, aber glaubt es uns einfach, da unten ist Joghurt im Spiel. Was genau ist korrekter Geschlechtsverkehr und was hat er mit Mr Little Pebble zu tun?
Er bezeichnet einen sexuellen Akt vor der Eucharistie zwischen mir, in der Rolle des Adam, und einer weiblichen Anhängerin, die die Rolle der Eva aus freiem Willen übernimmt. Der Herr möchte nicht, dass irgendjemand außer mir dieses Ritual durchführt. Ich fühlte mich inspiriert, dieses Ritual durchzuführen, da ich glaubte, dass es keinen anderen Weg gäbe, die Unschuld von Mr Little Pebble zu beweisen und zu zeigen, dass er zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs bezichtigt worden ist. Erst vor wenigen Tagen hat mir Gott eine Nachricht übermittelt, dass die Frau, die Mr Little Pebble verklagt hat, zugeben wird, dass es alles eine Lüge war.
Unterscheidet sich der korrekte Geschlechtsverkehr, abgesehen von dem Symbolismus und der Eucharistie, noch auf andere Weise von normalem Sex?
Der wichtigste Unterschied ist, dass der Penis nicht in ihre Vagina eingeführt werden darf. Ich stimuliere meinen Penis an ihren äußeren Genitalien. Wenn ich einen Orgasmus habe, weist mich der Herr an, in ein Glas zu ejakulieren und das Sperma danach wegzuschütten.
Was passiert mit Ihnen während des korrekten Geschlechtsverkehrs?
Meine Liebe für die Frau wird tiefer und tiefer und ich fühle ein wonniges Gefühl in mir aufsteigen.
Sind dabei auch romantische Gefühle involviert?
Natürlich. Ich fühle mich verantwortlich, sie zur unendlichen Glückseeligkeit zu führen, nicht nur in diesem Leben, sondern auch, indem ich ihr einen Platz im Himmel sichere. Ich würde wirklich alles für sie tun.
Warum schmieren Sie während dieses Rituals Joghurt auf die Genitalien der Frau?
Clara-Josefa-Menendez ist seit jeher frigide und nicht zum Orgasmus fähig und daher wird ihre Vagina nie feucht. Da ich aber ein normaler Geistlicher bin, der einen Schwur der Enthaltsamkeit geleistet hat, und daher eine unverheiratete Jungfrau bin, war ich mir nicht bewusst, dass es für solche Fälle Gleitmittel gibt. Deshalb begann ich, Joghurt zu verwenden. Später fand ich dann heraus, dass die Milchsäure des Joghurts die weiblichen Genitalien vor ungesunden Bakterien schützt und beschloss daher, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee war, Joghurt zu verwenden. Darüber hinaus hat es aber keinerlei Bedeutung.
Ich habe gelesen, dass Ihre Anhänger sich als „dreckige, verdorbene Schurken“ und „die allerschlimmsten Seelen“ bezeichnen.
Das kommt daher, dass sie es hassen zu lügen. Alle in dieser Gemeinschaft haben mir gesagt, dass sie bereits seit ihrer Kindheit nach der Wahrheit suchen. Ich wurde als Baby römisch-katholisch getauft, aber alle anderen Anhänger wurden von Gott absichtlich als verdorbene Seelen geschaffen, sodass Er sie, sobald sie erwachsen waren, hier in dieser Gemeinde versammeln konnte. Wenn sie sich schmutzig und verdorben nennen, sagen sie einfach die Wahrheit.
Und das bringt sie näher zu Gott?
Sie haben nicht mehr das Gefühl, vor ihrem wahren Ich zurückschrecken zu müssen, wie sie es taten, als sie jung waren. Sie würden lügen, wenn sie sagen würden, dass sie auch nur ein Gramm Gutes in sich trügen. Wenn Adam und Eva oben auf der Liste der „guten“ Menschen stünden, stünden unsere Mitglieder ganz unten. Sie sagen die Wahrheit und es gibt keine Falschheit in ihren Worten.
Ist es für unverheiratete Mitglieder OK, Sex zu haben?
Wir halten uns an die Regeln der katholischen Kirche und glauben, dass es die heilige Pflicht eines verheirateten Paares ist, sich sexuellen Aktivitäten hinzugeben. Sex außerhalb der Ehe ist hingegen eine Todsünde.
Heißt das, dass Longin und Francois, die heute hier ihr Ehegelübde abgelegt haben, noch nie Sex hatten?
Nein, sie haben schon lange Sex miteinander.
Dann sind es Todsünder.
Ja, die Tat an sich ist eine Todsünde. Sie sind sich bewusst, dass sie Todsünder sind. Gott vergibt aber allen, die ihn um Vergebung bitten, wer auch immer sie sind. Darin liegt die wahre Größe Gottes. Sie werden bis ans Ende ihres Lebens weiterhin schwulen Sex haben und dafür fortdauernd um Vergebung beten. Der Herr wird sie beide segnen, seine Wohltätigkeit walten lassen und ihnen ihre Sünden immer wieder vergeben, bis sie sterben. Und selbst nach dem Tod wird Gott ihnen vergeben und sie werden errettet werden.
Wie haben die Leute außerhalb Ihrer Gemeinschaft auf Ihre sexuellen Praktiken reagiert und auf die Tatsache, dass Sie hier schwule Hochzeiten durchführen?
Andere Christen sind uns gegenüber feindselig und herablassend. Manche wollen uns sogar umbringen, aber wenn sie wahre Christen wären, sollten sie sich an Gottes Lektionen halten und „ihre Feinde lieben“. Sie sollten sich auch an den Bibelspruch erinnern: „Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“ Andere, z. B. Homosexuelle, applaudieren uns.
Machen Sie sich Sorgen um Ihre Sicherheit und die Ihrer Gemeinde?
Nein, gar nicht. Der Herr wird diese Kritiken umkehren.
Wie meinen Sie das?
Ich meine, dass wir unsere Schwächen durch die Kritiken nur noch besser verstehen, und denen, die uns kritisieren, dankbar sind. Wir werden lernen zu lieben und demütig zu sein. Wir werden für die beten, die uns kritisieren und Gott bitten, sie auf den rechten Pfad zu leiten.
Jean-Marie und Clara wachen über die Hochzeit von Longin und Francois. Das ist das glückliche Paar. CLARA-JOSEFA-MENENDEZ YUMI ABE Vice: Was hat dich veranlasst, dem Little-Pebble-Glauben beizutreten?
Clara-Josefa-Menendez Yumi Abe: Ich habe von der jüngeren Schwester meiner Mutter über die Little Pebble Dohsyuku-kai gehört. Damals hatte ich gerade meine erste Ehe hinter mir, die ein schlechtes Ende genommen hatte, und lebte bei meinen Eltern in Tokio. Eines Tages nahm mich meine Tante mit zu einem Treffen, das von Vater Jean-Marie geleitet wurde. Dort traf ich ihn zum ersten Mal, und dort traf ich auch meinen zweiten Ehemann.
Was hast du am Anfang gelernt?
Damals hatte ich keinerlei Ahnung von Gott, dem Christentum, Mama Maria und all diesen Dingen. Aber ich wollte unbedingt den Glauben meines Mannes teilen. Dazu kam dann noch, dass ich Jean-Marie öfter sah, und begann, mich zu ihm als Person hingezogen zu fühlen. Zu sehen, wie Jean-Marie schlechte Menschen bekämpfte, die versuchen, die Menschen zu beeinflussen, indem sie sich als Messias bezeichnen und die Wünsche und Hoffnungen der Menschen ausbeuten, brachte mich zu der Erkenntnis, dass er wirklich die ganze Wahrheit spricht. In dem Moment, wo mir das klar wurde, beschloss ich, Jean-Marie zu folgen. Mein Mann verlor aber seinen Glauben und wir ließen uns schließlich scheiden.
Und dann zogst du hierher?
Zunächst hatte ich überhaupt nicht vor hier zu leben, aber als ich die Kommune bei einer kurzen Reise ein paar Tage besuchte, befahl Jean-Marie mir zu bleiben. Er sagte: „Wenn du nach Tokio zurückgehst, wird es dein Ruin sein. Du solltest hier unter meinem Schutz bleiben.“ Ich sagte: „Ja.“
Wann war das?
Vor circa drei Jahren.
Das muss deine Familie sehr überrascht haben.
Nun ja. Ich bin immer noch nicht von dem ursprünglich geplanten viertägigen Ausflug zurückgekommen, also müssen sie tatsächlich überrascht gewesen sein. Ich denke, meine Familie möchte, dass ich nach Hause zurückkomme, aber ich weigere mich kategorisch. Ich habe im Moment keinerlei Absichten zurückzugehen.
Ich habe gehört, dass du jeden Tag korrekten Geschlechtsverkehr hast. Empfindest du dabei irgendein Vergnügen?
Nein, überhaupt nicht. [lacht] Nachdem ich hierher gezogen war, fand ich heraus, dass ich als Kind emotional verstümmelt worden bin und allgemein Probleme mit Männern habe. Als ich jung war, wurde ich Zeugin davon, wie mein Vater mit zahllosen Frauen herumhurte, während meine Mutter uns gleichzeitig ihr Motto „Korrektheit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Schönheit“ eintrichterte. Vermutlich bin ich deshalb so verkorkst. Ich habe in der Vergangenheit Sex mit Männern gehabt, meine Partner betrogen, war zweimal verheiratet und hatte vor der Ehe eine Menge Sex. Ich hatte One-Night-Stands ohne auch nur darüber nachzudenken. Aber, wenn ich ehrlich bin, habe ich es nur um der Sache willen getan, der Sex selbst hat mir nie Spaß gemacht.
Und warum ist es mit dem korrekten Geschlechtsverkehr anders?
Ich mache es für Gott. Ich bete zu ihm und sage ihm, dass ich mich für Mr Little Pebble opfere. Wenn dies der Wunsch des Herrn ist, dann werde ich es tun, egal was kommt.
Ist es anders als normaler Sex?
Es ist völlig anders. Ich habe nie aus Liebe Sex gehabt. Ich bin in Wahrheit überhaupt nicht fähig zu lieben, aber ich weiß, dass Jean-Marie korrekten Geschlechsverkehr ausübt, weil er Liebe geben will. Ich verspüre während des korrekten Sex mit Jean-Marie nie Lust, und manchmal verspüre ich ihm gegenüber sogar denselben Hass wie gegenüber meinem Vater. Aber Jean-Marie versteht all das und versucht dennoch, mich zu lieben und zu tun, was er kann, weil er glaubt, dass ich diesem Pfad folgen muss, um zu ewiger Glückseligkeit zu gelangen. Jean-Marie hat für meine Glückseligkeit, für Mr Pebble und für Gott Sex mit mir. Er macht es auch nicht aus Lust, also möchte ich ihm ein wenig von seiner Liebe zurückgeben und ihn bei seiner Mission unterstützen. Ich habe ihm noch nicht viel Liebe zurückgeben können, aber wir werden es beide bis zum Ende weiter versuchen. Für Gott und für Mr Little Pebble.
Das frisch vermählte Paar lässt Marie-Madeleine Thornbush Ritsuko Sugiura, eine blinde Diabetikerin, die mit in dem Haus lebt und meist im Bett liegt, an ihrer Hochzeitsfeier teilhaben. Erzähl mir, wie dein normaler Tagesablauf aussieht.
Ich habe keinen festen Plan oder so etwas. Ich bin dabei, mich emotional wieder aufzubauen, also tue ich einfach, was ich will—wie es mir gerade einfällt. Man wird zu nichts gezwungen. Ich stehe auf, frühstücke, koche, gehe spazieren, gehe einkaufen—all solche Sachen.
Redest du manchmal mit den Nachbarn?
Sicher, alle sind sehr nett und freundlich. Neulich haben sie uns zu einer Feier eingeladen, und sie sagen immer, dass sie keinen Streit mit uns wollen. Sie sind sehr mitfühlend. Ich schwatze gerne mit der Dame von nebenan, es macht wirklich Spaß. [
lacht]
Wie bestreitest du im Moment deinen Lebensunterhalt?
Ich lebe von meinen Ersparnissen. Der Herr wird alles richten und selbst wenn ich von der Hand in den Mund leben müsste, bin ich sicher, dass es funktionieren würde. Ich muss vielleicht einen Job annehmen oder auf andere Weise Geld verdienen, aber, wie gesagt, es liegt in Gottes Hand.
Du hast vor fast drei Jahren verkündet, dass du mit Zwillingen schwanger bist. Warum hast du sie noch nicht zur Welt gebracht?
Ich weiß nicht warum. Es ist ein Wunder Gottes. Er kontrolliert alles—von der Schwangerschaft und den Zwillingen bis zum Tag und der Methode der Geburt. Der Herr wählt für meine Babys die bestmögliche Art der Geburt, also die beste für mich und alle anderen. Ich bin mir sicher, dass ich sie gebären werde, wenn die Zeit reif ist. Ich denke noch nicht einmal an die Möglichkeit, dass es nicht passieren könnte, weil Gott nie lügt. Ich kann es kaum erwarten, dass Gott sagt: „OK, Clara, die Zeit ist reif. Du wirst jetzt gebären.“
Was sagen die Leute außerhalb der Little-Pebble-Community über deine Situation?
Ich habe eigentlich keine wirklichen Bekannten mehr, weil ich sie alle aus meinem Leben verbannt habe. Aber eine alte Freundin von mir hat mich mal gefragt, warum ich das alles mache. Ich weiß aber nicht, was ich ihr antworten soll, denn ich finde nicht, dass ich irgendetwas falsch mache.
Stört es dich nicht, dass sich die Leute auf der Website der Little Pebble Dohsyuku-kai Videomaterial ansehen können, in dem zu sehen ist, wie du korrekten Geschlechtsverkehr hast?
Am Anfang war ich ein bisschen nervös und aufgeregt, aber es war mir nicht peinlich oder so etwas. Es hat mich nur in meinem Willen bestärkt, die Mission fortzusetzen.
Machst du dir keine Sorgen wegen der Kritik?
Wir tun ja nichts Falsches.
LONGIN-MARIE KATSUYOSHI BABA UND FRANCOIS-MARIE KOICHI MARUYAMA NACH IHRER HOCHZEITSZEREMONIE Vice: Wie habt ihr euch kennengelernt?
Longin-Marie Katsuyoshi Baba: Ich habe eine Kontaktanzeige in einem Schwulenmagazin veröffentlicht und geschrieben, dass ich einen Freund suche. Francois hat mir einen Brief mit einem Foto von sich geschickt und damit fing alles an.
Hofft ihr, eines Tages eine Familie zu gründen?
Francois-Marie Koichi Maruyama: Wir sind seit 25 Jahren zusammen und ich hoffe, dass wir einfach so weiterleben können, wie wir es bisher getan haben.
Was hat euch dazu veranlasst, der Little Pebble Dohsyuku-kai beizutreten?
Longin: Ich hatte ein Buch von Isoichi Onizuka gelesen, das beschreibt, wie Mr Little Pebble eine Nachricht von der Jungfrau Maria an das japanische Volk erhielt. Als ich mich gerade zu fragen begann, ob es wohl in Japan eine Gruppe gab, die mit Mr Little Pebble in Verbindung stand, fand ich Vater Jean-Maries Kontaktdaten auf der Innenseite des Einbands. Ich rief dort an, und so geriet ich schließlich zur Gruppe.
Francois, du hast die Little Pebble Dohsyuku-kai über Longin kennengelernt. Hast du sofort an die Richtigkeit ihrer Lehren geglaubt?
Francois: Ja, absolut.
Was war es, das dich an der Gruppe angezogen hat?
Francois: Ich fühlte mich von ihrer Botschaft angesprochen, dass sogar Sünder wie ich in den Himmel kommen und in der Welt ihren Beitrag leisten können.
Ihr behauptet von euch, das erste verheiratete katholische schwule Paar der Welt zu sein.
Longin: Ich persönlich habe noch nie etwas von einer speziellen Hochzeitszeremonie für schwule Paare gehört. In dem Sinne sind wir also definitiv die Ersten. Sicher gibt es viele Länder, in denen die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt ist, aber ich denke, dass dies das erste Mal in der Geschichte der Menschheit ist, dass Gott eine alternative Form der heiligen Ehe für schwule Paare geschaffen hat. In Japan werden Homosexuelle oft verachtet und ausgestoßen, aber der Herr hat uns gesagt, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, weil er uns genauso liebt wie alle anderen, wenn nicht sogar noch mehr. Wir wollten seine Nachricht an alle anderen Schwulen auf der Welt weitergeben.
Ich meine, ich hätte während der Zeremonie ein paar Tränen gesehen, Francois.
Francois: Ich war von Freude überwältigt. Mein Herz ging aus zu allen Schwulen in der Welt und ich betete, dass wir so viele von ihnen wie möglich durch unsere Tat retten können.
Was denkt ihr, wie die Leute darauf reagieren?
Longin: In der Vergangenheit habe ich auf meinem Blog oft sehr verletzende Kommentare erhalten, also habe ich davor inzwischen keine Angst mehr. Ich bin nicht allein und ich habe Francois-Marie an meiner Seite. Und, was noch wichtiger ist, vor uns geht Gott und weist uns den Weg, also gibt es nichts, worüber wir uns sorgen müssten. Der Herr gab uns diese Möglichkeit, das Gelübde auszutauschen, und dieses Geschenk macht uns stark.