Girl Eats Food

Wie ich schon mal erklärt habe, komme ich aus einer Familie, in der folgender  kulinarischer Grundsatz gegenüber allem mit einem Gesicht herrscht: töten, kochen, mit mehr totem Tier servieren … und dann essen. Nachdem ich mich endlich von meiner Mutter abgenabelt hatte, brauchte ich ein bisschen, um Leute zu verstehen, die auf Fleisch verzichten. Mir kam es nicht in den Sinn, dass es vielleicht nicht die optimale Art und Weise war, an Veganer heranzutreten, indem ich sie fragte, ob sie den Wert eines Tieres anhand seiner Niedlichkeit oder seiner Größe festlegten.

Im Bemühen, ein wenig offener zu sein, mache ich hiermit all meinen fleischverachtenden Freunden ein Friedensangebot. Das einzige, was bei der Herstellung dieser leckeren Gyōza-Teigtaschen getötet wurde, ist meine Geduld für militanten Veganismus und möglicherweise ein paar Tausend Feldmäuse, die es bei der Ernte von dem ganzen Mehl erwischt hat.

Videos by VICE

Vegane Cornish Pasties

Wenn ihr nicht anders könnt, als euch unausgewogenen vegan zu ernähren, müsst ihr wenigstens schauen, dass ihr genug Tofu esst, um Mangelerscheinungen vorzubeugen (aber wem erzähle ich das?). Viele Leute sagen, es schmeckt wie der Tod, aber das kann ja gar nicht stimmen, es schmeckt schließlich nach nichts. Da anscheinend kein Schwein in der westlichen Welt vernünftig marinieren kann, wird dieses Zeug meistens einfach zu gummiartigen Fußkäseklötzen gebraten. Es ist genauso wie bei den käsig goldenen Geldsäcken. Wenn ihr mit tiefster moralischer Überzeugung kocht, müsst ihr euren Blick gen Osten richten. Dieses Mal nach Japan; dort findet ihr die OGs der Tofuwelt, was überraschend und ironisch ist, da es sich dort um eine Kultur handelt, die fröhlich niedliche Cocker Spaniels töten und zubereiten würde, solange das nur einen guten Eintopf ergibt. Und laut Wikipedia machen sie genau das. Ständig. Tag und Nacht.

Zutaten

Verpackung

1 Tasse Mehl
½ Tasse kochend heißes Wasser

Inhalt

1 Tasse Tofu

1 Tasse zerkleinerte Erdbeeren 

1 Teelöffel Marmelade 1 Teelöffel Erdnusssoße

1 Spritzer Limette 

1 Schluck Ahornsirup

1 riesiger Löffel Erdnussbutter 


Schritt 1.


Es ist ganz einfach, gleich an der ersten Hürde zu scheitern. Nämlich genau dann, wenn ihr den Tofu nicht ordentlich ausquetscht. Denkt daran, das Zeug ist im Grunde genommen ein mit Wasser gefüllter Sojabohnenschwamm. Also müsst ihr dem Ganzen vor dem Marinieren so viel Flüssigkeit entziehen wie möglich. Wenn der Tofu trocken ist, hackt ihn in kleine Stücke.

Schritt 2.


Wenn er kleingehackt ist, schmeißt ihn zusammen mit den Erdbeeren, der Marmelade, der Limette und der Erdnusssoße in eine Schüssel. Dann müsst ihr die Masse im Ahornsirup ertränken … in viel Sirup. Ihr wollt doch nicht, dass das Ganze am Ende wie Badeschaum schmeckt, oder? Also ertränkt es! Lasst euer Tofu-Erdbeer-Gemisch ziehen und sich die Aromen entfalten—am besten über Nacht.

Schritt 3.


In der Zwischenzeit könnt ihr mit dem Gyōza-Teig weitermachen. Ihr könnt den fertigen Teig auch in den meisten gut sortierten Asia-Märkten kaufen, aber manchmal enthalten sie Spuren von Eiern. Wenn ihr es also ernst meint, macht ihr ihn am besten selber. Alles was ihr tun müsst, ist das Mehl ins heiße Wasser zu kneten und den Teig dann unter einem feuchtem Tuch für eine Stunde ruhen zu lassen.

Schritt 4.


Wenn das feuchte Nickerchen vorbei ist, rollt den Teig so dünn wie möglich aus und macht Kreise.

Schritt 5.


Mittlerweile müsste sich eure Tofufüllung bereits erdbeerrot gefärbt und den ganzen Sirup aufgenommen haben.

Schritt 6.


Gebt eine ordentliche Portion Erdnussbutter—den besten Junk-Food-Freund der veganen Speckis— dazu und rührt so lange, bis die Masse aussieht, wie das Innere eines aufgeplatzten Abszesses.

Schritt 7.


Platziert einen Teelöffel Füllung in der Mitte der Teigkreise.

Schritt 8.


An einer Seite anfeuchten und zusammenfalten. Ihr könnt ein dekoratives Faltenmuster ausprobieren oder ihr quetscht sie einfach zusammen, damit sie wie kleine Cornish Pasties aussehen.

Schritt 9.


Erhitzt ein kleines bisschen Öl, bis es so richtig, richtig heiß ist. Bratet die Teigtaschen auf beiden Seiten an, bis sie goldbraun sind.


Schritt 10.

Es ist wichtig, dass es wirklich nur „ein kleines bisschen Öl“ war, sonst könnte der nächste Schritt unangenehm werden. Probiert es besser nicht mit viel Öl aus.


Gießt ungefähr einen Viertel Liter Wasser über die Teigtaschen, dreht die Hitze mehr auf, macht einen Deckel drauf und lasst es heftig blubbern, bis keine Flüssigkeit mehr übrig ist.

Schritt 11.


Serviert sie mit einem Schuss Ahornsirup zum Dippen. Jetzt könnte ihr alle eure selbstgerechten Freunde mit ihren Plastikschuhen zu einem veganen (aber trotzdem genießbaren) Schmaus einladen.


Bone-appetit!

Letzte Woche: Blobfisch-Durcheinander


EMPFOHLENE ARTIKEL

Girl Eats Food: Blobfisch-Durcheinander
Girl Eats Food: Regenbogenkuchen
Girl Eats Food: Die Kokonuss-Darmreinigung

Thank for your puchase!
You have successfully purchased.