
Screenshot: VICE Media.
Anfang der Woche veröffentlichte die Tageszeitung heute ein Foto der rechtsextremen Identitären-Demonstration am Samstag, auf dem ein Mann mit zum Hitlergruß erhobener Hand zu sehen ist. Das Foto wurde laut heute am Neubaugürtel gemacht, also bereits während die Demonstration in Bewegung war. Die Identitären reagierten auf die Vorwürfe:
“Wir als Veranstalter konnten das (einen Hitlergruß Anm.) nicht wahrnehmen und wären sofort eingeschritten. Solche Szenen wollen wir auf unseren Demonstrationen nicht haben”, erklärte Philipp Huemer, Leiter der “Identitären Bewegung Wien” in einer Presseaussendung. Ordner hätten keinen Hitlergruß wahrgenommen und “statt einer Linksextremismus-Debatte wird nun versucht, Identitäre in Zusammenhang mit Neonazismus zu bringen.”
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Dafür braucht die rechtsextreme Gruppierung allerdings gar keine Gegenstimmen, die sie diskreditieren wollen; in diesen Zusammenhang werden die Identitären von den Demonstranten selbst gebracht. Bevor der Demonstrationszug am Samstag starten konnte, mussten die bereits im Märzpark anwesenden Teilnehmer noch auf weitere Gruppen warten, die sich etwas verspätet hatten. Als eine weitere ankam, brachen auch einige Gegendemonstranten durch die Absperrungen und bewarfen die rechtsextremen Demonstranten mit Gegenständen.
Zu sehen ist derselbe Mann, der später ebenjenen Hitlergruß macht, den die Gruppierung nicht gesehen haben will. Hinter ihm Philipp Huemer. Auf Nachfrage erklärt Huemer, er habe den Gruß nicht gesehen: “Ich war gerade zu Beginn extrem damit beschäftigt, die Demo zu organisieren. Ich habe das überhaupt nicht mitbekommen. Zu Hitlergrüßen gilt unsere allgemeine Stellungnahme. Das gilt für jede Art von Wiederbetätigung. Wir haben auch in der Vergangenheit immer wieder Personen von Demos ausgeschlossen, die damit aufgefallen sind.”
Gewisse Personen hätten allerdings im Chaos einer Demo dennoch Zugang und könnten nicht zeitgerecht entfernt werden. Die Bewegung habe nun eine gewisse Öffentlichkeit und ziehe so auch Leute an, die nichts zu tun hätten und Beschäftigung suchten, erklärt Huemer.
Auch wenn die Gruppierung immer wieder versucht, sich von Rechtsextremismus und Neonazismus zu distanzieren—und wegen der Bezeichnung sogar den ORF verklagen will—so fühlen sich doch Menschen mit dieser Gesinnung von den selbsternannten Rettern des Abendlandes angesprochen. Im vergangenen Jahr behauptete ein Mitglied der Partei die Rechte vor der Identitären Demonstration, er verstehe nicht, weshalb er von Seiten der Organisatoren nicht an der Kundgebung teilnehmen dürfe, schließlich verfolge er dieselben Ziele und bezeichnete sich selbst als Neonazi.
Auch dieses Jahr waren Teilnehmer aus einschlägigen Kreisen anwesend. Ein Teilnehmer hatte die Odal-Rune tätowiert, wie im 1. Teil unseres Live-Videos zu sehen ist, ein anderer die Schwarze Sonne—ein Symbol, das einst die SS verwendete.
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