Rena Jett kommt eigentlich aus Spanien, lebt aber im Moment in Washington D.C. Sie spielt Gitarre in einer Misfits Cover-Band und ist eine semi-professionelle Skaterin. Wir haben sie eben mal aufgeweckt und erfahren, dass sie gerade von der „Dead Osama Party“ vor dem Weißen Haus kommt. Da sie super beschäftigt ist (seht sie euch an – naürlich ist sie das) ist das Interview recht kurz.
Vice: Hi Rena, was machst du in D.C.?
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Rena Jett: Ich bin aus New York hergefahren, um meinen Freund zu besuchen. Direkt nachdem Obama gestern seine Rede gehalten hat sind wir sofort in ein Taxi gesprungen und zum Weißen Haus gefahren. Es war unfassbar schwierig eins zu bekommen, da die ganze Stadt in Richtung Obama unterwegs war. Im Radio lief nur noch diese eine Nachricht.
Was war vor dem weißen Haus los? Du warst eine der ersten vor Ort, oder?
Als wir ankamen erinnerte mich die Szenerie sehr stark an den elften September (obwohl ich damals in San Francisco war). Die Leute spielten Springsteens „Born in the USA“, Idioten schrieen “AMERI-FUCKING- CA”, alle sangen immer wieder die Nationalhymne und brüllten “U S A! U S A! U S A!”, “We killed him!” und “Freedom!”
Wie setzte sich die Menge zusammen?
Viele Studenten aus dem Ausland waren dort, ein paar Latinos und Afro-Amerikaner sowie einige Moslems, die die ganzen weißen Amerikaner aus denen diese Versammlung zu beinahe 100% bestand nervös machten. Es war wie nach einem Football-Spiel nur ohne das Bier. Niemand hatte eine Anlage oder etwas ähnliches mitgebracht, also drückten die Leute aus Freude und Begeisterung ununterbrochen auf die Hupen ihrer Autos. Dann gab es ein wenig Verwirrung, weil sich ein Typ dazu entschlossen hatte etwas Hasch zu rauchen und wenn man sich an den unzähligen Menschen, die gerade Facebook Profil-Fotos geschossen haben in Richtung Tor des Weißen Hauses vorbeigedrängt hatte gab es dort auch nicht wirklich etwas zu sehen. Das spannendste war wohl ein Besoffener, der sich daran probierte einen Laterne zu besteigen.
Na das hört sich nach Spaß an. Ich schätze mal, dass sich niemand darüber gewundert hat, dass das kursierende „Todes“-Foto ein Fake ist?
Na ja. Die klügeren Köpfe in der Menge rissen ein paar Witze darüber, dass Obama die nächste Wahl garantiert gewinnen wird. Ich meine er hat die Ikone von Al-Qaida getötet – was können die Republikaner dagegenhalten? Ich würde sagen, dass 80 % von den 1.000 Menschen oder so, die dort waren wirklich glaubten, dass dies der beste Moment ihres Lebens sei und ein Moment der Freiheit.
Und wie hast du dich gefühlt?
Zwiegespalten. Ich fühlte mich bei dieser Feier irgendwie deplaziert. Leider hatte ich keine Kamera dabei, um das alles zu dokumentieren und zudem musste ich noch arbeiten, also bin ich irgendwann einfach gegangen.
Hört sich an, als hättest du die richtigen Prioritäten. Sonst noch irgendwas?
Ja, ich habe ein unfassbar großartiges Zitat aufgeschnappt: „Oh mein Gott! Das ist so ein geiler Tag! Wir haben den Terrorismus getötet UND ich darf das Auto das gesamte Wochenende benutzen!“
Danke Rena.
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