
Brett Van Ort lebt und arbeitet teils in L.A. und teils in London. Er hat die letzten Jahre damit verbracht, die Orte in Bosnien mit seiner Kamera zu dokumentieren, die auch nach über einem Jahrzehnt immer noch mit den tödlichen Überbleibseln des Krieges übersät sind.
„Einige Leute sagten mir, ich solle gar nicht erst in der Natur herumspazieren”, erzählt Van Ort. Die sehr reale Vorstellung, man könnte dabei über eine Landmine oder vergessene Munition stolpern, hat den Streifzug durch die ländlichen Gebiete zu einem sehr unangenehmen Unterfangen gemacht. Das BHMAC (Minen-Aktions-Zentrum für Bosnien und Herzegowina) gibt an, dass über 3,5% der ländlichen Regionen des Landes immer noch vermint sind, aber andere Schätzungen gehen bis zu 10% aus. Platzregen kann die Minen an die Oberfläche bringen und sie an die Orte spülen, die eigentlich schon von Minen befreit wurden.

PMR-2A. Vernichtungsradius: 25m. Ungefährer Preis: 6 Euro. „Diese Mine wird per Stolperdraht, mit Hilfe eines Zugzünders, ausgelöst.”
Eine Million Menschen wurden in den letzten zehn Jahren schätzungsweise durch Landminen getötet. Diese Woche ist das ebenfalls von Landminen geplagte Kambodscha Gastgeber einer Konferenz, bei der man hofft, mehr Unterzeichner für ein internationales Landminenabkommen, der Ottawa Convention, zu gewinnen, das im Moment aus 158 Unterstützungsstaaten besteht. Zehn Länder, die die Konvention noch nicht unterzeichnet haben—einschließlich China und Amerika—nehmen auch an dieser Konferenz teil. „In den Länder, die vom Krieg gezeichnet sind, verlangsamen diese Waffen den Prozess der Heimführung von Flüchtlingen …s ie entziehen der Gesellschaft gewinnbringendes und sicheres Land und natürliche Ressourcen”, sagte Helen Clark, die internationale Chefin der UNDP.
Aber aus der Perspektive von Van Orts Linse sehen die Landminen entlang des Balkans tatsächlich wie die Schutzherren der Landschaft aus: Die Aussicht auf lauter durch Minen weggeblasene Beine könnte vielleicht das krasseste Abschreckungsmittel gegen Umweltverschmutzung sein. „Ich sehe handgelegte Landminen, die die Natur schützen und der Umwelt ihre Regeneration gewähren—das wäre in gewisser Weise ironisch, wenn man unsere Unfähigkeit bedenkt, in die Natur zu schützen und vorauszuschauen”, sagt Van Ort.
Während seines Strebens nach natürlicher Schönheit fertigte er Bilder an, die die Erhabenheit heraufbeschwören, besonders in dem Kontrast zu dem Blut und der Gewalt und den grauenvollen Vorrichtungen, die im Boden lauern. „Die Betrachter dieser Fotografien”, erzählt Van Ort, „sollten sich selbst fragen: In welchen dieser Landschaften würden sie sich sicher fühlen, während sie hindurch spazieren?” Die Antwort auf diese Frage bietet sich bei der Betrachtung der anderen Fotos: künstliche Gliedmaßen, die man wahrscheinlich nach einem Spaziergang in die falsche Richtung brauchen würde.
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TMA-1. Vernichtungsradius: 30m. Ungefähre Produktionskosten: 10 Euro. „Die Mine wird gegen Panzer, Fahrzeuge und Personen verwendet.”


„TMRP-6 zündet eine gewölbte Stahlplatte, die sich durch die Wucht der Explosion zu einem Stachel aus flüssigem Metall verformt.”


PROM. Vernichtungsradius: 50m. Ungefährer Preis: 10 Euro. „Man sollte nicht versuchen, diese Mine zu entschärfen, wenn es nicht absolut notwendig ist.”

Auf Van Orts Website findet ihr noch mehr Fotos.
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