Lo-Lifes damals wie heute

Man findet niemals wieder die gleiche Liebe, Geborgenheit und Loyalität wie die der alten Gang. In den späten 80ern war der Tod in Brownsville und Marcus Garvey Village allgegenwärtig. Es war wohl die schwersten Zeit in der Geschichte Brooklyns. Und das man Mitglied in einer Gang war, gehörte zum guten Ton. Crack wurde damals massenhaft gehandelt und jeden Tag konnte man Schüsse hören. Bevor wir als Lo-lifes bekannt wurden, waren wir einfach Freunde, die Polo und Ralph Lauren getragen haben. Wir haben tagelang im Pool und bei kleinen Jams verbracht, haben Gras geraucht und unser Leben gelebt. Unsere einzige Sorge waren Geld, Nutten und Klamotten. Wir hatten den Ruf, dass wir das beste Gras haben und immer cool bleiben. Zuerst haben die Miezen das als Schwäche angesehen; sie dachten, wir könnten nicht richtig loslegen. Wir haben ihnen oft genug das Gegenteil bewiesen.

Die Lo-lifes hatten eins gemeinsam. Wir wurden nicht als Geizhälse, Mörder oder Gangster angesehen – wir waren originell, Trendsetter und Draufgänger. Und jetzt haben wir uns auf der ganzen Welt verteilt: Spanien, Brasilien, Australien, Frankreich und an vielen anderen Orten. Zu viel, um alle aufzuzählen.

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Wir haben viele unserer Brüder auf dem Weg verloren. Ich habe ihre Namen auf Wänden verewigt, ihre jungen Gesichter im Sarg gesehen und mit meinen Brüdern geweint. Jede Träne, jeder Tropfen Blut und jede Beerdigung hat dem Namen Lo-life mehr Gewicht verliehen. Wir schätzen den Namen sehr; wir nehmen ihn nicht auf die leichte Schulter oder erlauben, dass er missbraucht wird. Zuallererst sind wir eine Familie, danach kannst du uns nennen, wie du willst. 2LLs: Liebe und Loyalität!

Archivfotos von Joel Rodriguez, Chris Lo, Angel Oz-Lo, Danilo Cabral und Optimo NYC

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