Der Grime MC Crazy Titch (rechts im Bild) und sein Stiefvater Anthony Green (auf der linken Seite), wurden letzten Freitag zu 30 Jahren Haft verurteilt. Sie hatten den 21jährigen Grime Produzenten Richard Holmes umgebracht. Seltsam, vor einem Jahr trat er noch auf unserer Launch Party auf und jetzt sitzt er im Knast. So schnell kann so was gehen. Viele verschiedene Quellen behaupten, der Mord hinge mit einem Songtext zusammen, den Holmes Freund Shak verfasst hat. Shak soll darin angeblich Titchs Halbbruder Durrty Goodz fertig machen. Das finden die Medien natürlich super, da sie jetzt wieder gegen Grime wettern können. Ständig wird behauptet, Grime würde, besonders in wirtschaftlich schwächeren Gegenden Londons, Straftaten provozieren und kleine Streitereien “in brutale Massaker ausarten” lassen…
Die verletzenden Zeilen, die in dem Song vorkommen und angeblich zu dem Mord führten, lauten wie folgt: „Over the years things have change in the ‚hood, I used to have a lot of respect for Durrty Goodz…Not no more.”
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Ich weiß ja nicht, aber krass ist was anderes. Das sind die harmlosesten Diss Lyriks, die ich jemals gehört habe. Grime technisch sind die noch nicht mal ansatzweise beleidigend. Grime Texte und Streitereien zwischen MCs haben nichts mit der ansteigenden Zahl von Gewaltverbrechen zu tun. Wäre das der Fall, würden kaum noch Grime Künstler unter uns weilen. Viele Sticheleien werden nur provoziert, um einen Künstler zu pushen. Es geht auch das Gerücht um, bekannte Musiker würden bestimmte Diss Track absprechen. Manchmal geht es sogar so weit, dass ein MC dafür bezahlt wird, seinen Gegenspieler fertig zu machen.
Warum also sollten der Halbbruder und der Stiefvater von MC Duurty Goodz, dem die Attacke galt, einen Produzenten erschießen, der mit den harmlosen Lyriks nichts Hut hat? Die Wahrheit scheint all die Grime Gegner da draußen wohl nicht zu interessieren. Es war nämlich so: selben Tag, an dem Goodz starb, kreuzte Richard Holmes (zusammen mit Shak und anderen Mitgliedern der Piff City Crew) im Haus von Goodz Mutter auf. Kurz davor hatte dieser anscheinend Shak einen Besuch abgestattet und ihn darum gebeten, sich für das ganze Gedisse zu entschuldigen. Darüber war Shak natürlich gar nicht erfreut und ging zu besagtem Haus, um reinen Tisch zu machen. Er drohte Goodz Mutter, die dann wiederum ihren Mann und die beiden Söhne alarmierte. Dieser Vorfall führte dazu, dass Crazy Titch und sein Stiefvater Anthony Green Richard Holmes und seinen Freunden auflauerten. Mit den Texten hatte das nichts zu tun.
Für die Party Issue haben wir Crazy Titch noch interviewed und wurden angemacht, weil wir die ganze Grime Szene angeblich in ein negatives Licht gerückt haben. Doch wir wissen ja alle, dass Titch sehr temperamentvoll sein kann. Der Mord an Richard Holmes mag zwar tragisch und überflüssig sein, doch es wäre naiv und bescheuert, ihn der Grime Szene in die Schuhe zu schieben.
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