London – dummes Gewäsch

Vorbei die Zeiten, als betrunkene Briten nach der letzten Runde aus dem Pub drängten und zu pöbeln begannen. Heute stehen sie vor Klos Schlange, betäuben ihren Bier-Rausch mit miesem Koks und reden in voller Ernsthaftigkeit Schwachsinn – bis sie zusammenbrechen und nichts als ein zuckendes Häufchen Selbstverachtung zurückbleibt. Ein Jahr ist seit der Einführung des Rund-um-die-Uhr-Trinkens im Vereinigten Königreich vergangen, und laut Polizeiangaben ist die Zahl der alkoholbedingten Gewalttaten seither zurückgegangen. Doch neue Statistiken zeigen, dass der Kokainkonsum massiv zugenommen hat und London nunmehr europäische Kokshauptstadt ist…

Was sich verändert hat? Zwar saufen die Briten nach wie vor – der Unterschied ist, dass die Leute gemerkt haben, dass sie auf Koks noch mehr trinken können. Außerdem ist das billig und problemlos zu bekommen, quasi noch leichter als Fish’n’Chips, es ist nichts dabei (siehe Tony Blairs „aufgeweichte” Drogenpolitik), und es ist – dank des Kate-Moss-Effekts – cooler als Ecstasy.

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Doch die meisten labernden, kampftrinkenden Kokser im Lande sind sich der Schäden, die der Konsum von Alkohol in Verbindung mit Kokain verursachen kann, nicht bewusst. Drogenhilfswerke prophezeien dieser Generation bereits eine epidemische Anhäufung verfrüht auftretender Herzbeschwerden, chronischer Leberschäden und Psychosen.

Der Vorsitzende des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung warnte vor dem erschreckenden Anstieg der Zahl der Briten auf Koks – oder, wie er es romantisierend ausdrückte, der „Weißen Lady”: „Entweder Europa gibt seine leugnerische Haltung auf, oder es rüstet sich für die Konsequenzen.”

Dem UN-Bericht zufolge konsumieren die Briten mehr Drogen als irgendjemand sonst auf dem Kontinent – doppelt so viel wie die Franzosen, 66 % mehr als die Niederländer und 75 % mehr als die Deutschen. Nur die Spanier können es beinahe mit ihnen aufnehmen.

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