Ich bin mir nicht komplett sicher, ob der Typ, der unter dem Namen Luke Perry singt und tanzt, ein Genie mit einem Haufen faszinierender Einblicke in das Amerika der Post-Entertainment Ära ist, oder nur ein weiterer Typ, der Ariel Pink liebt. Wie auch immer, sein Cyber-Pop könnte in dieser Sekunde in einem Planet Hollywood bei dir um die Ecke gespielt werden und niemand würde mit einer Wimper zucken. (Existiert Planet Hollywood eigentlich noch? Können wir hingehen? Bitttteeee?)
Hey Luke, ich höre mir deine Musik in letzter Zeit ständig an. Für mich hört sie sich an, als ob jemand von einem anderen Planeten sie schreiben würde, der uns durch das Fernsehen studiert hätte.
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Ja, es ist nicht schwer sich unsere gewohnte Kultur als etwas fremdartiges vorzustellen. Es ist ein Weg, sich eine Barriere zwischen dir selbst und der amerikanischen Realität zu meditieren. Statt dass man also die unterdrückende Realität sieht, betrachtet man das Kapitalismus, als etwas fremdes und psychedelisches. Es ist nicht unbedingt die Gegensätzlichkeit von Religion und Entertainment, aber diese Dinge bedingen einander. Deswegen liebe ich Amerika.
Wow, das war eine tiefere Antwort, als ich erwartet hatte.
Ich war schon immer angetan von bekifften pseudo-soziologischen Theorien, aber das überträgt sich nicht zwangsläufig auf meine Musik.
Warst du einer dieser Teenager, die Stunden auf Stunden vor dem TV verbracht haben?
Ich war noch nie abhängig von Fernsehen, aber es ist schwer, dieser Realität zu entrinnen. Es geht auch nicht darum, sich Quantität anzusehen, sondern darum, sich Qualität anzusehen. Und um die Momente, die dich wirklich in ihren Bann ziehen, nostalgisch und ästhetisch. Wie zum Beispiel sich einen Nachmittag lang Beverly Hills 90210 total stoned auf soap.net reinzuziehen.
Du hast eben erst den Titelsong von 90210 gecovert. Welche mystischen Akkorde sind darin enthalten?
Diese Fernsehthematik ist etwas, das ich schon seit einiger Zeit mit meinen verschiedenen Musikprojekten mache. Aber an diesem Song gibt es etwas, das vollkommen einem bestimmten Bild der Serie entspricht. Es gibt da dieses seltsame, kurze Interview mit John Davis (das ist der Typ, der den Song geschrieben hat) während irgendeiner Award-Show, in dem er davon spricht, wie dringend sie einen neuen Song für das Remake der Show gebraucht hätten und wie dieser neue Song nun alles zusammenschnürt und die neue Show verankert. Für mich ist das Covern dieses Songs wie in den Fernseher einzutauchen und dessen Realität einzuatmen.
Warum Luke Perry? Ist Dylan dein Lieblingscharakter?
Absolut. Dylan symbolisiert diese Art gefälliges Primetime Image von cool, das zwar Kanten hat, aber gleichzeitig total banal und suburbanoid ist. Ich liebe auch David. Er hat diesen Vanilla Ice Vibe, der ziemlich deutlich durchbricht. Es gibt von ihm all diese Aufnahmen, in denen er Jams auf Workstation Keyboards in seinem Wohnzimmer programmiert, oder im Beach Club auftritt. Aber auch Steves Charakter ist ziemlich cool, dieser Corvette-Studentenverbindungs-Boy.
Fühlst du dich in Rollenklischees gedrängt, so wie Luke Perry?
Luke ist definitv in der Rolle des Dylan gefangen. Aber genau deswegen ist Lukes Image essenziell für meinen Hybrid-Charakter. Ich kann nicht mal an ein anderes Image denken, wenn ich ehrlich sein soll. Aber die neuen Shows/Alben, die ich machen werde, werden ich unter dem Namen Axl machen.
Also was kommt auf Luke Perry/Axl zu?
Das neue und letzte Luke Perry Album erscheint auf Kassette bei El Tube Tapes. Aber Axl wird die neue Sache. Die Geschichte wiederholt sich also für Luke Perry.
Ja, aber diesmal wird er Brenda nirgendwohin nachlaufen.
Mehr von Luke Perry findet ihr HIER.
Foto: Melissa Wynn
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