Natürlich finden sich auf der ganzen Welt spannende Produzenten und kreative Köpfe, die ihre Ideen durch die unterschiedlichsten Kanäle zum Ausdruck bringen. Doch da sich die ehemals überschaubaren Gatekeeper durch das WWW krass potenziert haben, ist die derzeitige Masse an Qualitätsfiltern vielleicht sogar ein Teil-Problem der omnipräsenten Unübersichtlichkeit. Dass wir uns hier nicht nur einreihen, haben die feinen Sets unserer Serie „Mixes of the World” von aufstrebenden Newcomern aus Freiburg, Warschau, Athen und Stockholm bereits unter Beweis gestellt.
Und dennoch kehren wir natürlich immer wieder nach Berlin zurück. Genau, es ist eben keine Plattitüde, dass die deutsche Hauptstadt das Mekka der elektronischen Musik bleibt—zumindest wenn es nach uns geht. Doch da Berlin ein wundervoll heterogenes Szenen-Konglomerat darstellt, lohnt sich der zweite Blick, vorbei an den üblichen Verdächtigen. Dort stößt man etwa auf Philipp Maier alias Santé. Der gebürtige Ulmer ist einer dieser klassischen Wahl-Berliner, wobei er immerhin seit zehn Jahren in Berlin lebt. Als Produzent von Tiefschwarz oder Monika Kruse machte er sich einen Namen hinter den Kulissen, ehe er 2009 seine eigenen Produktionen veröffentlichte. In Ibiza kennt ihn heute jeder Raver. Trotzdem ist er nicht der klassisch klassische DJ, immerhin vergöttert er Rick Rubin und Kanye West. Ach ja, sein Mix kann natürlich auch was und startet nicht nur mit einem der Club-Hits des Jahres, sondern hat auch Exklusives anzubieten.
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THUMP: Stell dich doch bitte kurz vor!
Santé: Hallo, mein Name ist Philipp Maier aka Santé. Ich bin Produzent, DJ sowie Labelbetreiber und wohne seit 10 Jahren in Berlin.
Du kommst ursprünglich aus Ulm. Existierte zu deiner Zeit damals eine Art elektronische Musikszene, die dich irgendwie beeinflusst hat?
Filippo Moscatello aka Naughty und der Plattenladen Record Express.
In Berlin hast du mehrere Jahre in einem Tonstudio gearbeitet, was hast du dort im Speziellen gemacht und wie hat es dich als Produzent beeinflusst?
In meiner Berliner Anfangszeit habe ich sozusagen das Produzenten-Handwerk von der Pike auf gelernt. Ich habe in meiner Jugend gelernt, einige Instrumente zu spielen und dann in Berlin für eine Jingle- und Werbemusik-Firma gearbeitet. Dort schrieb und produzierte ich Jingles und Trailer für Werbekunden wie MTV, Mercedes Benz und Nokia mit. Vor allem durch die Werbekunden habe ich die wesentlichen und wichtigsten Merkmale eines Produzenten gelernt: Musikverständnis und Einfühlvermögen in Künstler und Musiker, beziehungsweise Kunden. Diese Fähigkeiten konnte ich dort sehr gut auf- und ausbauen. Als ich die Werbeagentur verließ, startete neben Produktionen für eine Menge Berliner Artists auch meine eigene DJ-Karriere.
Du hast mit Avotre auch ein eigenes Label gegründet, wobei die Plattform nicht nur für Musik-Releases gedacht ist, richtig?
Avotre ist eine Plattform für Musik, Kunst und Fashion. In Zukunft wollen wir noch mehr Crossover-Projekte mit Avotre verwirklichen. Ich plane z.B. gerade eine kleine, neue T-Shirt-Kollektion für den Sommer 2015 und eine Ausstellung. Im Event-Bereich stellen wir uns gerade ganz gut international auf und machen inzwischen überall in Europa Avotre-Shows.
Wie und wo wurde der Mix aufgenommen?
Den Mix habe ich direkt nach dem Viva Warriors Closing im Sankeys auf Ibiza aufgenommen. Ich wollte diese ganz spezielle Stimmung der Nacht zuvor einfangen und hab mich hingesetzt und das Mixen angefangen.
Gibt es eine spezielle Idee zum Mix oder zur Trackauswahl?
Ibiza morgens 7:46 Uhr – das war die Intention.
Tracklist:
01. DVS1 – Black Russian
02. Alexkid – The Dope
03. Flashmobb – Reality [Unreleased]
04. Dodha feat. Robert Owens – No Vocals?
05. Sidney Charles – Cave Rave [Unreleased]
06. Wade – Boldness [Unreleased]
07. Gel Abril – Chemistry
08. Dast – Deep Down
09. Adam Beyer – Teach Me
10. Phon.o – Herenow (feat. Bass Sekolah)
11. Tom Ruijg – Session 1.2
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