BLOOD RED SHOES
In Time To Voices
V2/Cooperative Music
Wenn eine Band beschließt „erwachsen zu werden“, dann handelt es sich dabei in der Regel um eine euphemistische Umschreibung der Tatsache, dass ihr Ideen, Motivation und Energie gleichzeitig ausgegangen sind. Dieser leise Verdacht überkommt uns nun auch bei den Blood Red Shoes, die auf ihrem dritten Album den Fuß vom Gas nehmen, um ein bisschen mehr Zeit für Kontemplation und zweistimmige Gesangsparts zu haben. Von der explosiven Dynamik, wegen der wir die Band mal gemocht haben, ist leider nicht mehr viel übrig. Zum Thema explosive Dynamik würde mir jetzt noch ein sehr unkorrekter und pubertärer Witz einfallen, aber da ich gerade erwachsen geworden bin, stell dir an dieser Stelle einfach ein Günter Grass-Zitat vor.
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PAPA SCHLUMPF
GEOFF FARINA
The Wishes Of The Dead
Damnably Records/Indigo
Im Jahre 2005 hat Geoff Farina Indierock im Alleingang getötet. Denn nach der Auflösung seiner glorreichen Band Karate waren all die Monkeys und Ferdinands plötzlich auf sich allein gestellt und ersoffen in ihrem Erfolg wie fettleibige Kleinkinder, denen man die Schwimmflügel weggenommen hatte. Recht so. Eigentlich wollte ich ihm dafür eine Ehrenmedaille verleihen, aber der Typ war einfach nirgends aufzufinden. Jetzt lüftet sich das Geheimnis: Er hat sich in eine unbedeutende Kleinstadt zurückgezogen, streunt durch Antiquariate und menschenleere Bluegrass-Kneipen und hat irgendwo dort, in der Gottverlassenheit der amerikanischen Prärie letztendlich zu sich selbst gefunden. Jetzt sendet er uns eine Flaschenpost und wenn wir nie wieder etwas von ihm hören, werden wir davon ausgehen, dass er glücklich ist.
COCO JAMBO
DCS
Silber
Beatz aus der Bude/Groove Attack
Im Jahre 2005 hat Geoff Farina Indierock im Alleingang getötet. Denn nach der Au Ein Studentenrapper ist kein Student, denn ein Müllmann ist ja auch kein Müll. So lehrte es uns einst der Retrogott, der letzte Große unter den kleinen MCs. Was offenbar nicht ausschließt, dass Studentenrapper Müll sind, oder Müllmänner studiert haben. Seit ihrem 1996er-Viva-Hit „Wie war das noch mal?“ haben DCS (damals noch: „Die Coolen Säue“) auf jeden Fall studiert, sie sind heute aber keine Müllmänner, sondern als Anwälte und Werbefachleute tätig. Was eben nicht ausschließt, ja vielleicht sogar begünstigt, dass diese Platte, du ahnst es, irgendwie Müll ist. Quod erat demonstrandum. Peace.
SILVER SURFER
CALLMEKAT
Where The River Turns Black
Questions & Answers/Rough Trade
Herzlichen Glückwunsch! Mit CALLmeKAT, bei der mich schon aufregt, dass man mindestens zweimal nachsehen muss, welche Buchstaben in ihrem beknackten Künstlernamen nun groß geschrieben werden, hat es eine weitere Wannabe-Stilikone, die vielleicht ganz niedlich aussieht und eine akzeptable Stimme hat, aber musikalisch gesehen so aufregend ist wie ein Sack Kartoffeln, geschafft, ein nichtssagendes Album zu veröffentlichen, bei dem kleine, verzauberte Traumtänzerinnen sich wünschen, dass sie das auch könnten, während sich ihre seitenscheiteligen Freunde heimlich in die Alte verlieben. Jetzt entschuldige mich bitte, während ich mir eine Handvoll Reißzwecken in meine Gehörgänge schiebe, um dem Weichspülgang entgegenzuwirken.
SUGAR PIE
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