Hier sind unsere Reviews zu ANTI POP CONSORTIUM, DINKY, MEINE KLEINE DEUTSCHE, SWITCHBLADE, SHRINEBUILDER, THE HIDDEN CAMERAS, SHE KEEPS BEES, und SPIRAL STAIRS
ANTI POP CONSORTIUM
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Fluorescent Black
Big Dada
Nachdem ich APC neulich schon grandios in der Bar25 verpasste, obwohl ich vor Ort war, hielt ich es für die logische Konsequenz, auch dieses Album zu verpassen, obwohl es direkt vor mir liegt. Ich wurde dann leider schwach und kann das Projekt nun leider nicht wie geplant abschließen. Ob man das Album nun aber hört oder nicht, das Fazit ist immer das gleiche: die APC-Reunion ist geglückt und selten ist es jemandem so perfekt gelungen, Schlaumeierbeats und Rap zu verschränken, ohne das eine mit dem anderen zu beleidigen.
DIETER THOMAS WACK
DINKY
Anemik
Wagon Repair
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Albumtitel darauf hindeuten soll, dass Dinky ein bisschen blass im Gesicht ist oder ob es sich eher auf ihre Musik bezieht. Die ist ja auch eher blass. Auffällig an diesem zweiten Album ist die Eigenart, Samples so zu cutten, dass es klingt als würden die Stücke auf einem Rechner laufen, auf dem ca. fünfzehn Anwendungen zu viel geöffnet sind. Die Anmutung unter diesen Bedingungen reicht dann von aus der Reihe tanzender Deephouse-Eleganz bis zu Feldaufnahmen aus dem Wohnzimmer einer Berlin-Mitte-Wohnung. An einer belebten Kreuzung. Bei geöffneten Fenstern. Zu unterschiedlichen Tageszeiten. Während der Panorama-Bar-Resident von nebenan sein nächstes Set vorbereitet.
BEN SCHMOCK
MEINE KLEINE DEUTSCHE
Before People Forget Sound
Sounds of Subterrania!/Cargo
Wo Electroclash draufsteht ist krampfig extrovertierte, überschminkte Langeweile drin, diese Faustregel hat sich in den letzten Jahren weitgehend bestätigt. Niemand interessiert sich heute mehr für Bands, die sich für die Synthie-Sex-Pistols halten, nur weil sie ihre Instrumente nicht spielen können. Diese Schweden mit dem irritierenden Namen haben immerhin ein geringfügig anderes Verständnis von Punk, sie halten sich eher für die Synthie-Monks oder die Velvet Underground des Elektro, was zwar immer noch vermessen, aber wenigstens nicht ganz so abgedroschen ist.
TETSUO SHIMA
SWITCHBLADE
S/T
Trust No One
Schwedens heilige Dreieinigkeit des Doom ist zurück, hat es aber schon wieder nicht geschafft, sich Songtitel oder gar einen Namen fürs neue Album auszudenken. Gut möglich, dass sie demnächst auch noch ihren Bandnamen ablegen und schwarze Tarnkappenanzüge überziehen, um sich der Logik der Repräsentation vollständig zu verweigern. Schnell empfehlen wir also noch Album Nummer fünf, das mit dem Kerzenständer drauf, bevor es sich vor unseren Augen dematerialisiert.
DR. SPINOZA
SHRINEBUILDER
Shrinebuilder
Neurot/Cargo
Hier handelt es sich um eine Art Liga der außergewöhnlichen Gentlemen des brutalen Underground-Rocks, denn jeder der hier beteiligten Musiker ist eine lebende Legende: Scott „Wino“ Weinrich (Saint Vitus/Obsessed/Spirit Caravan), Al Cisneros (Om/Sleep), Dale Crover (Melvins) und Scott Kelly (Neurosis) entfachen in fünf ausschweifenden Tracks ein PowerPsychStoner-Inferno vom Feinsten und bilden damit die vermutlich beste Supergroup überhaupt, seit die Hero Turtles und Vanilla Ice zusammen den „Ninja Rap“ aufgenommen haben.
KRISS GOSS
THE HIDDEN CAMERAS
Origin: Orphan
Arts & Crafts
Nicht falsch verstehen, ich bin hochinteressiert, was die ästhetische Ausformung homosexueller Lebensrealität und –nöte angeht. Das kontinuierliche Tirilieren und Seufzen und tonale Seilspringen von Joel Gibb ist aber auf Albumlänge doch ganz schön anstrengend. Die ersten zwei Minuten des Albums sind aber zugegebenermaßen sensationell gut.
SUNN Ö)))
SHE KEEPS BEES
Nests
Names
Was wäre das Leben ohne Herausforderungen? Du kannst versuchen, auf einem Fahrrad durch den Berliner Berufsverkehr zu kommen ohne zu sterben. Du kannst versuchen einen ganzen Tag lang nicht an Sex zu denken. Oder du kannst versuchen, diese Platte zu besprechen, ohne The Kills zu erwähnen. Wie zu erwarten war, ist alles davon ein Ding der Unmöglichkeit, aber den Versuch ist es dennoch wert.
JACK WHITE
SPIRAL STAIRS
The Real Feel
Domino
Pavement haben gemerkt, dass ihre Nachfolgeprojekte (abgesehen vielleicht von den frühen Silver Jews) ausnahmslos Müll sind, gehen den Gang aller alternden-Männer-die-in-ihrer-Jugend-mal-in-guten-Bands-waren und geben jetzt Benefizkonzerte. Yay. Leider macht spätestens das das Spirals Solowerk ziemlich redundant – schlechtes Timing, Spiral. Vielleicht lieber nochmal zehn Jahre warten?
WIDERANGING ELEVATORS
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