Musikreviews

Hier sind unsere Musikreviews zu SAMIYAM, GARDENS & VILLA, POPOL VUH und WOODEN SHJIPS.

SAMIYAM
Sam Baker’s Album
Brainfeeder/Ninja Tune/Rough Trade

Videos by VICE

Vor zwei Jahren habe ich die Brainfeeder-Leute in L.A. besucht und war beeindruckt von der Effizienz des „Marihuana Subscription“-Systems, das ihnen zweimal wöchentlich hochkonzentriertes THC-Öl an die Haustür liefert. Das Zeug ist so stark, dass ich nur noch aus Erzählungen von meinem Besuch weiß. Vermutlich haben Sam und FlyLo auch einfach nur vergessen, wie man die Quantisierungsfunktion an der 303 einschaltet. Und weil das Handbuch unter irgendeiner leeren Pizzaschachtel verrottet ist, erklärten sie die wackeligen Beats kurzerhand zu ihrem Markenzeichen. Inzwischen sind sie damit sehr erfolgreich, aber ich weiß nicht, ob sie schon etwas davon mitbekommen haben.

420 PROBLEMS

GARDENS & VILLA
Gardens & Villa
Secretly Canadian / Cargo

Angenehm harmloser Surf/Funk/Dings-Pop, immerhin. Leider aber auch angenehm harmloser Surf/Funk/Dings-Pop, nur. Das machen The Drums schlimmer, weil kitschiger, das klingt bei Gardens & Villa (Wer denkt sich heutzutage eigentlich solche beknackten Namen aus? Was ist aus dem guten alten „The ..“ geworden?) erwachsener, weil lässiger. Mir fehlt noch irgendwie das angemessene Setting, um diese Musik hören zu wollen, aber dafür kann ja auch nur dieser Sommer was.

THONY JOHNSON

POPOL VUH
Revisited & Remixed (1970-1999)
SPV

Die jungen Menschen von heute dürften bei dem Namen Popol Vuh mit den Schultern zucken und fragend entgegnen, was denn ein halbes Gramm kosten soll. Aber um hierbei Aufklärung zu leisten, gibt’s ja jetzt diese Compilation. Stell dir einfach vor, du hättest dich in Kreuzberg auf eine Party verirrt, auf der das kulturelle Establishment genau so abgelehnt wird wie die Anwendung von Seife, dann wird in irgendeiner Ecke ein ganz ähnlicher, nur nicht ganz so guter Soundteppich entrollt. Die Remixes enthaltende zweite CD klingt dann eher wie die Flucht ins Berghain, ca. neun Uhr morgens.

VOPO PUHL

WOODEN SHJIPS
West
Thrill Jockey/Rough Trade

Ich hab nur einmal in meinem Leben Acid genommen, bekam davon aber leider umgehend so schlimmen Durchfall, dass ich den gesamten Trip auf dem Klo verbrachte, von wo aus ich mich stundenlang mit der Gummiente auf dem Badewannenrand unterhielt. Sie empfahl mir dann eine Band namens Wooden Shijps, deren psychedelische Riffgewitter ähnlich rauschhafte Zustände erzeugen, dabei aber die Darmflora intakt lassen. Anschließend machte sie einen Salto rückwärts, verschwand in einer anderen Dimension und ließ nur eine blaue Wolke der Erleuchtung zurück.

GURU MANIAC

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