Hier sind unsere Musikreviews zu THUNDERCATS, TWIN SISTER, KERRETTA, LIL WAYNE.
THUNDERCATS
The Golden Age of Apocalypse
Brainfeeder/Ninja Tune/Rough Trade
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Falls du vor zehn Jahren klammheimlich die Single „18“ der Kinder-Boyband No Curfew gekauft hast, weil du dich damals so gut mit den Problemen des Erwachsenwerdens identifizieren konntest, kannst du jetzt offiziell aufhören, dich zu schämen. Stattdessen kannst du behaupten, dass du schon damals Stephen Bruners Talent erkannt hast und in seine Zukunft investieren wolltest, während alle anderen Idioten ihre Ersparnisse in dubiose Internet-Startups gepumpt haben. Heute ist der Dotcom-Boom Geschichte und Bruner veröffentlicht gewinnträchtigen Fusion-Jazz auf Brainfeeder. Mehr Rendite geht nicht.
GEORGE SOROS
TWIN SISTER
In Heaven
Domino
Um dem inflationären Gebrauch des Wortes „Twin“ in Bandnamen entgegenzuwirken, sollte „Brave New World“ von Aldous Huxley zur Pflichtlektüre für alle Musiker ernannt werden. Twin Sister befänden sich in der dort beschriebenen Klassengesellschaft vermutlich unter den Delta-Menschen, denn „In Heaven“ ist ein zwar nicht ganz dummes, aber dennoch weitreichend belangloses, weil in dieser Form schon x-mal da gewesenes Stück unaufgeregter Popmusik, das niemanden weiterbringt, aber eben auch nicht wirklich wehtut. Welch Glück für sie, dass laut Huxley keine Kaste verzichtbar ist.
UTE OPIA
KERRETTA
Saansilo
Golden Antenna/Broken Silence
Was haben ein Postrockalbum und ein Pornofilm gemeinsam? Beide kommen weitestgehend ohne Text aus, Innovationen sind Mangelware und am Ende finden sich dann doch immer genug Fans, die das fertige Produkt kaufen, obwohl sie schon zwanzig sehr ähnliche Varianten davon im Regal stehen haben. Kerretta entsprechen jener Art von Porno, die auf Bewährtes setzt, aber durch die handwerkliche Umsetzung überzeugt. Heißt: Sie werden nicht gerade dein Leben verändern, aber wenn du dir in der Mittagspause schnell ein wenig Erleichterung verschaffen willst, sind sie genau das Richtige.
LONG JOHN CABALLERO
LIL WAYNE
Carter IV
Cash Money
Es scheint weitgehend Einigkeit darüber bestehen, dass Lil Waynes neunte Album nicht so der Knaller, ja eigentlich sogar ein bisschen scheiße ist. Nun stimmt es zwar, dass sich hier gelegentlich ein paar nachlässigere Momente finden, aber verglichen mit dem Hype um Tylers monotones Gesabbel ist Carter IV immer noch ein Meisterwerk. Außerdem ist „6 Foot 7 Foot“ drauf, wahrscheinlich der beste Raptrack der letzten drei Jahre.
APE LINCOLN
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