Die Poolinale zeigt dir, wie politisch Musikfilme sein können

Fotos mit freundlicher Genehmigung der Poolinale

2012 haben Jihadisten gewaltsam die Kontrolle über Nordmali übernommen. Mit der Einführung der Scharia haben sie auch die Verbreitung westlicher Musik zur Gänze verboten. Der Film They Will Have To Kill Us First zeigt, wie sich die Menschen gegen dieses Verbot auflehnen. Selbst in Zeiten des Krieges kann Musik einen hohen Stellenwert für Menschen haben. Einfach, weil sie ein Ausdruck von Freiheit ist, oder Menschen zusammenbringt. They Will Have To Kill Us First ist einer der wichtigen Filme der diesjährigen Poolinale. Das Filmfestival legt heuer besonderes Augenmerk auf die politische Kraft der Musik. Im diesjährigen Programm finden sich keine großen Namen, der Inhalt ist dafür umso mehr von Bedeutung. Ein riskanter Schritt, den man dem Festival hoch anrechnen sollte.

„Es waren in den letzten Jahren auch immer wieder vereinzelt Filme dabei, bei denen ich mir dachte ‚bist du deppert, fantastischer Film‘, die aber überhaupt kein populäres Thema behandelten. Das Festival hat dann aber dazu beigetragen, das Publikum auch für solche Filme zu begeistern, weil das Interesse am Festival generell sehr groß war”, sagt Hannes Tschürtz im Noisey-Gespräch. Für den Veranstalter war es ein logischer Schritt, das Publikum mit einem anspruchsvollen Programm mitzunehmen und herauszufordern. Mit Amy und Janis sind auch noch klassischere Musikfilme dabei, falls das politische Genre doch mal zu anstrengend wird.

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Mit Filmen, die zum Beispiel von den Folgen der Islamisierung, ethnischen Trennungen, Krieg und Korruption in Pakistan (Song of Lahore), Musik nach dem Mauerfall in Deutschland (Wendeklang—In This Place Called Techno) oder Musikzensur in Sowjetrussland (X-Ray Audio) handeln, wird gezeigt, welche Auswirkungen Politik auf Musik haben kann. Sie zeigen auch, wie die Menschen damit umgehen und wie wichtig es ihnen ist, sich durch Musik auszudrücken. Dass die Poolinale dieses Jahr nicht auf populäre Filme, sondern inhaltlich gehaltvolle Filme setzt und sich dabei einem finanziellen Risiko aussetzt, ist zwar gewagt, wird aber hoffentlich vom Publikum belohnt.

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