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Seniorenmahlzeit aus dem 3D-Drucker

Die Firma Biozoon aus Bremerhaven arbeitet an 3D-gedrucktem Essen, das auf der Zunge zergeht. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Zielgruppe sind Senioren, die Probleme beim Kauen und Schlucken haben.

Das Versprechen des 3D-Drucks von der individualisierten Fertigung aller nötigen Gegenstände unseres Lebens wird mehr und mehr zur Realität: 3D-gedruckte Organe, Food-Printer, billige Druckermodelle für jeden, Knarren aus Plastikspulen—und nun eben noch eine Individualisierung des standartisierten Breis auf den Tellern in Altersheimen?

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Studien zeigen, dass fast jede fünfte Person über 50 unter Schluckbeschwerden leidet. Das künstlich generierte Biozoon-Essen füllt genau diese Bedarfslücke mit einer ausreichenden Mahlzeit, die einfach nur die Speiseröhre heruntergleitet—und schon bald auch individuell auf Knopfdruck gefertigt werden könnte.

Essen im Druckprozess. Bildschirmfoto über 3ders.org

Das Produkt seneoPro beinhaltet vier verschiedene Texturgeber, die—ähnlich wie beim Foodini—mit einem 3D-Drucker in sogenannte Kostformen umgewandelt werden können. Diese Formen sind weiche, luftige oder stabile Schäume, Gele und angedickte Flüssigkeiten. Die Mahzeiten können so den jeweiligen Bedürfnissen und Geschmäckern der Patienten angepasst werden. Es gibt sie schon als Pulver zum Anrühren oder Aufkochen. Und die „Druckversion” soll noch dieses Jahr auf den Markt kommen.

Der größte Unterschied zu herkömmlicher leicht schluckbarer Kost ist die optische Präsentation. Ob Putenmedaillons mit Möhrchenbeilage und Kartoffelpüree in püriertem, löffelfertigem Mus-Zustand oder als Schaum, der in die herkömlich, bekannte Form gebracht wurde, macht einen himmelweiten Unterschied.

Noch schöner wird es nur noch durch die Rethorik des Essens: „Mischung aus natürlichen Zutaten zur Herstellung von aromatischen Schäumen zur basalen Stimulation oder Mundbefeuchtung.” Oder auch: „Das universelle Geliermittel für die Zubereitung von soften Gelformen (Eat by Walking).”

3D-gedruckte Putenmedaillons mit Möhrchen und Kartoffelschaum. Bild: biozoon

Das Projekt wird von der EU gefördert, denn hinter dem gedruckten Seniorenessen steht neben der erleichterten Nahrungsaufnahme auch ein sozialer Faktor.

Matthias Kück, stellvertretender Geschäftsführer von Biozoon erklärt: „Es kann frustrierend sein, vor allem wenn die Teller der anderen mit Hühnerfilet und Gemüse gefüllt sind. Die Mahlzeiten sind das wichtigste gesellschaftliche Ereignis im Seniorenheim, dort trifft man sich Morgens, Mittags und Abends”. Wenn der eigene Teller dann mehr als nur Brei zu bieten hat, ergibt sich vielleicht auch ein neues Gesprächsthema und die allgemeine Stimmung wird noch einmal erhellt.

Und wenn die 3D-Druckrevolution so weiter geht, wie mit der Entwicklung des extremen günstigen Micro 3D-Druckers für den Privathaushalt, dann können Senioren sich das Essen vielleicht auch schon bald in ihren eigenen vier Wänden ausdrucken.

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