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Sex Smells




Anfang des Monats haben wir eine Kiste Phiero-Pheromon-Parfüm bestellt, um zu klären, ob an dem ganzen Trubel was dran ist. Dieses Zeug soll einen Mann für Frauen unwiderstehlich und anziehender machen als LL Cool J nach einem Bad in Spanischer Fliege, Bibergeil und Moschus. Vor einer Woche ist es angekommen und Mann, das Zeug stinkt! Die Kiste zu öffnen war, wie eine Matratze anzuheben, unter der die Leiche eines japanischen Strichers liegt. Wir waren uns ziemlich sicher, dass die angebliche Wunderwirkung ein Hirngespinst der Marketingexperten ist. Aber wir wollten selbst sehen, was passiert, wenn wir jemanden mit einer halben Flasche von dem Zeug einsprühen und in ein paar der übelsten Nachtclubs Mailands schicken. Unsere Testperson war Marco Zanoni, aka Illegal Kikko: ein etwas rundlicher, charmanter junger Mann, der nach eigenen Angaben sämtliche Folgen von Twin Peaks sieben Mal gesehen hat. Es war ein totales Desaster.

Vice: Erzähl uns von deiner wunderbaren Nacht, Marco.
Marco Zanoni:
Vor der ersten Bar sah ich zwei Mädchen, die sich auf ein parkendes Auto lehnten. Ich war etwas nervös, also nahm ich noch einen Drink, bevor ich nach draußen ging, um sie anzusprechen. Leider hatte ich vorher schon sehr viel getrunken, also musste ich auf dem Weg zu ihnen rüber kotzen. Und zwar so richtig. Ich beugte mich über ein paar Pflanzen und kotzte meine Innereien aus. Ich kotzte so heftig, dass eine Ader in meiner Nase platzte und als ich mich wieder aufrichtete, lief mir Blut über das Gesicht. Die Mädchen hatten es wohl mitbekommen, denn jetzt waren sie weg. Ich ging auf ein anderes Mädchen zu, aber als ich bei ihr ankam, tauchte plötzlich ein bedrohlich wirkender Typ bei ihr auf und sagte: „Komm, lass uns gehen.“

Autsch. Konntest du überhaupt ein Wort mit ihr wechseln?
Ich glaube, ich rief so etwas wie: „Illegal Kikko controls Italy!“ Aber ich war ja immer noch voller Blut. Egal. So toll war sie nun auch wieder nicht.

Und wie lief es dann in dem zweiten Club, nachdem du dir die Kotze vom Kinn gewischt hattest? Waren die Ladys empfänglicher für die Kraft der Pheromone?
Wir landeten in einem Latino-Schuppen, mit lauter Typen in weißen Hemden. Ich probierte mein neues Parfüm an zwei Mädchen aus, die direkt am Eingang standen, aber eine rannte weg und sagte, dass sie nicht fotografiert werden möchte, weil sie eine professionelle Tänzerin sei. Die andere sah aus wie Shrek. Bei ihr haben die Pheromone gewirkt, glaube ich.

Erzähl doch mal!
Na ja. Am Anfang sagte sie, dass ich ein Clown sei, als ich ihr von dem Experiment erzählte. Sei dachte, das ganze wäre „ein Trick, um einen runtergeholt zu kriegen“ und dass ich mir das alles nur ausgedacht hätte, damit sie es mir besorgt. Ich sagte, sie sei bescheuert—aber vergesst nicht, ich war ziemlich besoffen. Ich erklärte ihr: „Da sind zehn Leute, die mich anstarren und ein Typ der Fotos macht. Du glaubst doch nicht, dass ich diesen ganzen Zirkus organisiert habe, bloß damit du mir einen runterholst?“ Ich glaube, dass sie auf starke Typen stand, denn sie änderte danach ihre Einstellung. Und sie gab mir zu verstehen, dass das mit dem Handjob kein Problem wäre.

OK.
Jetzt, da ich darüber nachdenke … vielleicht hatte das doch was mit dem Parfüm zu tun. Das Mädchen war echt kurz davor.

Hat sie deinen Penis denn schließlich angefasst?
Nein, ich hab abgelehnt. Im Interesse der Wissenschaft.

Damit ist deine einzige Chance für dieses Jahr flöten gegangen.
Ich sah noch zwei andere Mädchen, mit denen ich experimentieren wollte, also musste ich Shrek stehen lassen.

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  Also macht Phiero mutig, was?
Das waren zwei ziemlich nuttig aussehende Mädchen in Miniröcken und Stiefeln und mit anderen sexy Accessoires. Sie lächelten und schienen auf alles gut anzuspringen, aber als Giorgio mit der Kamera auftauchte, machten sie sich aus dem Staub. Noch ein Fiasko.

Du hättest mit Shrek nach Hause gehen sollen, du Trottel.
Wir probierten noch einen anderen Laden aus, wo wir aber eigentlich nichts erwarteten. Es war ein Dönerladen. Hier stieß ich auf zwei extrem hübsche Mädchen. Also quatschte ich sie an und fragte sie, ob sie denn nicht riechen könnten, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. Eine von ihnen sagte: „Oh ja, es ist dieses Pheromonparfüm.“ Sie wusste davon! Ich weiß nicht, ob ihre Antwort bedeutet, dass es da draußen Hunderte von Versagern gibt, die sich mit diesem Zeug einschmieren, oder ob sie einfach nur irgendwie davon gehört hatte. Dann kam ihre Freundin aus dem Laden und die sah echt toll aus. Ihr Name war Katia. Ich versuchte, sie ein bisschen aufzuziehen und fragte sie, was sie da für ein scheußliches Tattoo hätte. Sie hat es aber in den falschen Hals bekommen. Sie war, um genau zu sein, ziemlich beleidigt.

Was war das für ein Tattoo?
Eins von diesen bekloppten Hand-Dingern.

Alles klar. Eins von den bekloppten Hand-Dingern.
Ich kann mich nicht erinnern. Ich war zu diesem Zeitpunkt ziemlich blau. Es war ein Stern oder so was. Danach sind wir in so eine hippe Bar gegangen. Dort stieß ich auf ein hübsches Mädchen mit kurzen Haaren. Wir verstanden uns sofort. Sie stand wohl auf meinen erotischen Geruch. Aber sobald sie die Kamera sah, fing sie an, wie für Cobrasnake zu posen und einen auf „Yuck!“, „Whatever!“ und „Fuck yeah!“ zu machen, furchtbar.

Hast du trotzdem versucht, sie abzuschleppen?
Nein, ich ging allein nach Hause und bin eingepennt.

Und, was hast du gelernt? Hatte dieses Experiment einen wissenschaftlichen Wert?
Nein, ich glaube, sie haben das Zeug nur erfunden, damit ich mich damit blamiere.

FOTOS: GIORGIO DI SALVO
 

 
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