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Sex-Hacking für Alle

Bald werden auch die Roboter anfangen, miteinander Sex zu haben, Screenshot, FriXion.

Hier seht ihr den aufregenden Entwurf einer immer wahrscheinlich werdenden Zukunftsvision menschlicher Sexualität: robotergestützte Teledildonik. Das Werbevideo des Sexspielzeugsherstellers FriXion wirbt nicht nur für die angebotenen Produkte und neue Investoren, sondern bietet auch eine gute Einführung in die schöne neue Welt des vollautomatisierten sexuellen Vergnügens über die digitalen Kanäle der Lust. 

Videos by VICE

Auf der Firmenwebseite kann man lesen, dass FriXion „eine Online-Community ist, deren User sich gegenseitig durch allerhand verschiedene haptische Apparate gegenseitig berühren können. Angefangen vom Händchenhalten, über Küsse bis hin zur vollwertigen Penetration ist alles zu haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die jeweiligen Partner nur in unterschiedlichen Räumen sitzen oder durch einen ganzen Ozean getrennt sind.“  

Die „in Echtzeit ablaufende telemetrisch übertragene bidirektionale Kraftrückkopplung“, die im Video gezeigt wird, „kann für jedes Geschlecht und jede Orientierung angepasst werden.“ Das Gerät macht dann genau das, was ihr jetzt denkt, dass es macht, – es übersetzt die stattfindende sexuelle Handlung von einem Sexspielzeug zum anderen und wiederholt dabei die Bewegungen und Reaktionen seines Gegenstücks. Kombiniert mit Skype und einer Webkamera führt uns diese Liebeserfahrung immer weiter in Richtung einer physisch erlebbaren, aber gleichzeitig körperlosen Sexualität.    

Die Technologie scheint aber über die Vermittlung traditioneller Sexvorstellungen hinauszugehen. Man kann angeblich eine Maus und ein Smartphone so benutzen, dass dabei erogene Zonen stimuliert werden, die für Menschen traditionell unerreichbar blieben. Im Video wird darauf hingewiesen, dass die Software eine offene Plattform ist. Heißt also: Entwickler können ihre eigenen Apps und Plug-ins programmieren und den Horizont von „Netsex“ noch weiter ins Groteske ausdehen. Vielleicht befinden wir uns mittlerweile an einem Punkt, an dem Sex-Hacking massenkompatibel wird. 

Wer weiß schon, welches Sexspielzeug die Welt erblicken könnte, wenn man diesen Ansatz mit den neusten interaktiven Schnittstellen wie der Google Brille oder jeder anderen Virtual-Reality-Anwendung kombiniert. 

Das ist die Art von Entwicklung, von der die Cyberpunks seit Jahren geträumt haben. Teledildonik ist nämlich keine neue Erfindung. Dieser Technologiebereich wächst seit Jahren. Die größten Barrieren waren nicht technischer, sondern kultureller Natur. Es fällt leicht, ein derartiges Thema mit Hohn, Gelächter oder Ekel abzutun, oder diese Reaktionen zumindest vorzutäuschen. 

Aber Dank der Popularisierung von Webcam-Pornostars und der unaufhörlichen Lust daran, den menschlichen Körper technologisch zu vernetzen, erscheint das Thema der Teledildonik nicht mehr außerirdisch, sondern immer weiter kompatibel mit unserer aller Alltagsverständnis. Die Öffnung der dazugehörigen Software ist ein kluger Schachzug. Denn ohne Zweifel gibt es eine ganze Reihe von DIY-Sex-Hackern, die nur darauf warten aus der Versenkung zu kommen und einige ihrer Ideen auf den Markt zu werfen. Auch wenn die massentaugliche Vermarktung der Idee wohl noch Jahre brauchen wird, so dürfte zumindest die riesige digitale Pornoindustrie schon bald Interesse zeigen, denn der Verkauf der neusten Apps und Sex-Software bietet natürlich eine gute Möglichkeit weiter ordentlich Geld zu scheffeln. 

Bedenkt man die stätig ansteigende Zeit, die wir hinter Computerbildschirmen und in den digitalen Räumen unserer Wahl verbringen, dürften Technologien dieser Art die Zukunft der menschlichen Sexualität entscheidend mitprägen.      

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