Why Isn’t Kurt Cobain Dead Yet?

Vergesst Nirvana. Vor fünf Jahren, zu Bleach Zeiten, waren sie ja noch ganz OK, aber heute muss diese Band sterben. Am ersten März traten sie also zuletzt in Deutschland auf und wahrscheinlich auch zum letzten Mal. Irgendjemand wird schon dafür sorgen.
Kurt himself stellte im Vorfeld des Konzertes sogar fest, dass er auf der Goldenen-Abschussliste des Schicksals steht. Als er, von dem erfolgreichen H-Shoppingtrip aus dem Münchner Bahnhofsviertel zurückkehrte und auf dem ehemaligen Flughafengelände des Terminal 1 einen Aufzug der Firma Schindler benutzte, wurde er ganz selbstironisch und scherzte, in Anspielung auf Schindlers Liste: „I’m only for a few hours in Germany and already on Schindler’s lift!”. Die Dämlichen lachten, die Klugen sahen betreten zu Boden. Der Fahrstuhl zum Schafott sollte es also sein, nun gut.

Backstage machte Kurt einen weiteren obligatorischen Fehler und rief nochmal Zuhause bei Courtney an. Da bei beiden soviel Liebe im Spiel ist, brüllten sie sich, was in den letzten Monaten häufiger der Fall war, über tausende Meilen hinweg an. Kurz darauf folgte der zweite Anruf über den Atlantik, der direkt an Rosemary Carroll ging, Kurts Anwältin, die, die “verdammten Scheidungspapiere” für ihn Vorbereiten würde.
Nach dem eher mediokren Eröffnungsset der alten Säcke von den Melvins, rannte Cobain auch sofort in die Arme von Buzz Osbourne um mit ihm wohl ein paar Männergespräche zu führen. Man hörte nicht viel durch die Tür des Umkleideraumes, doch Buzz erzählte später, dass er Kurt noch nie in einem so verstörten Zustand erlebt hätte. Während ihrer kleinen Gesprächsrunde plante Kurt mit Buzz seine Zukunft, die laut Buzz bedeuten würde, dass er “die Band auflösen, sein gesamtes Management feuern und sich von Courtney scheiden lassen würde.” Kurz darauf und bevor er all diese Lebensziele verwirklichen konnte, musste er jedoch auf die Bühne, obwohl er auch “dieses Ding wohl lieber Solo machen” wollte.
Um Punkt neun, nach all diesen Grotesken des Rock’n’Roll Klischees, stand Nirvana jedoch vollständig und mit Mellua Cragen, die, die Band bei den konformen, verbogenen Albini-Songs wie “Pennyroyal Tea” auf dem Cello begleitete, auf der Bühne. Auf der Bühne einer Location, die den Charme einer Mehrzweckhalle versprühte.

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Das Publik kreischte, oder zumindest die Hälfte des Publikums, die aus Kindern in verwaschenen Baggys und mit dem obligatorisch debilen Holzfällerhemd bestand, kreischte. Die andere Hälfte bestand aus Männern deren Haare licht wurden und die, die Melvins noch einmal, bevor ihre Generation ausstarb, sehen mussten .
Eine Show begann also, deren bemerkenswertester Aspekt, der war, dass sie musikalisch vollkommen unbemerkenswert war und aus einer Abfolge von Fuck-ups bestand . Mit 80 Minuten spielte Nirvana an diesem Abend auch eher eines ihrer kürzeren Sets. Die 23 Songs, die an diesem Abend gespielt wurden begannen mit einem Cover von Cars “My best friend’s Girl”, zu dem Novoselic ein paar Strophen von “Moving in Stereo” zum Ende hin einstreute. Danach startete die Band mit ihrem Standard-Opener “Radio Friendly Unit Shifter”. Während “Come as You Are” fiel dann auch erstmal das Licht aus, die Band verließ die Bühne und Kurt hoffte wahrscheinlich schon, dass es vorbei sein würde, doch zwei Minuten später wurde er wieder rausgescheucht, nachdem das Problem behoben war. Ein paar Songs später, während “Dumb” schleuderte er schließlich seine Gitarre in die Ecke und die faule Sau verpisste sich schon wieder, nur um ein paar Minuten später wieder aufzutauchen. Ein Kommen und Gehen, denn nach ein paar weiteren Songs verließ Nirvana schon wieder die Bühne, aber tauchte wieder auf, um den kreischenden Teenies dann doch nicht das zu geben, was sie wollten. Es gab kein “Smells like Teen Spirit” für die Kids. Und um das letzte Siegel der Apokalypse einer Band, zu brechen, die wie keine andere die ersten vier Jahre dieses Jahrzehnt prägten, witzelte Novoselic schließlich vollkommen spaßfrei umher: “Wir spielen heute nicht das Münchener Enormodome. Unsere Karriere ist am Abflauen. Wir sind draußen. Grunge ist tot. Nirvana ist vorbei, unser nächstes Album wird ein HipHop Album!”. Zwölf Songs später verlies Nirvana nach “Heart Shaped Box” die Bühne, sagte das zweite Konzert in München ab, flog nach Rom, Kurt fand kein Heroin, nahm das was er bekam, schoß sich mit Rohypnol und Alkohol beinahe aus dem Leben, fiel ins Koma, wachte wieder auf und wollte einen Milkshake. Wir können uns also auf ein weiteres Nirvana-Album gefasst machen, mit dem Titel “Coma in Roma” und einem Black Music Hit names “Milkshake”. Grundgütiger, kann bitte jemand diese Band erschießen? Courtney?

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