Zeitgeschichte mit der Jugend Spaniens

Miguel Trillo hat fast zwei Jahrzente damit verbracht, die spanische Jugend zu dokumentieren und—Gott sei Dank—ist er nicht in der Movida Madrileña stecken geblieben. Er war immer da, wo etwas passiert ist, ob das nun bei den Heavy Metal-Typen von Vallecas war, den Graffiti-Künsterln von Getafe, beim Rumhängen in Bars, auf Festivals, in Supermärkten, in industriellen Gebieten im ganzen Land, um Geister zu jagen, Rockabillys, Mods, Rapper, Freaks … VICE Spanien hat mit Miguel über diese Fotoreihe gesprochen, die zwischen 1981 und 1994 entstanden ist. Natürlich sehen einige von denen heute wieder ziemlich heiß aus.


TERUEL

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Ich hab eine Story für El País gemacht. Das sind ein paar Mitglieder von einer Gruppe namens NPI, was soviel heißt wie „absolut keine Ahnung“. Wirkilch, sie sind eher Punkrocker als echte Heavy-Metal-Typen. Die anderen Mitglieder der Gruppe sind gerade auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden, wo sie wegen Fahnenfluch gesessen haben.

ALCORÓN

Ich habe sie auf einem Industriegelände am Stadtrand von Alcorcón gesehen—es war irgendwie zu einem Ort zum Trinken geworden. Sie sind gerade aus einer S-Bahn aus der Hauptstadt ausgestiegen und das Foto ist draußen vor der Haltestelle entstanden. Sie haben mir erzählt, dass sie auf dem Weg in eine Bar sind, wo ein ein Freund von ihnen, der DJ ist, ein guten Rap auflegt.

ALCOBENDAS

Ich bin selten nödrlich von Madrid. Wenn ich in die Vororte fahre, dann meistens Richtung Süden, vielleicht, weil da mehr Leute wohnen. Es war komisch, Skater in einem öffentlichen Park zu treffen, weil es damals so wenige gab. Es war ausserdem ungewöhnlich, Skater mit Tattoos zu finden, weil es kaum Tätowieder in Madrid gab. West, der Typ im Bild, sagte, dass ihn ein Amerikaner auf einem Stützpunkt der USA tätowiert hat, wo er gerade seinen Militärdienst abgeleistet hat.

MADRID

Das ist eine Freundin von mir. Sie heißt Celina Alvarado und ist wahrscheinlich die Person, von der ich die meisten Fotos gemacht habe. Sie macht Filme und an diesem Tag hat sie nach Drehorten in der Nähe von alten Ziegeleien in Legazpi gesucht. Hier erinnert sie mich an Suzi Quatro.

GETAFE, MADRID

Seine Freunde nennen ihn „The Dead One“ und er ist Mitglied einer HipHopTruppe namens PZB. Er lehnt an einer Menge Tags an der Wand in einer Schule. Rechts von ihm steht „Für KGR“, ein Tribut an Kike, einem Graffiti-Künstler aus Parla, der vor ein paar Jahren bei einem Unfall mit einem gestohlenem Auto ums Leben kam.

BILBAO

Das sind zwei Mitglieder von The Growl. Ich hab in der Lokalzeitung was über sie gelesen und sie zufällig getroffen.

CIUDAD REAL

Diese Stadt war eine von sechs ausgewählten für eine Serie für El País über das Leben von jungen Menschen in den kleinen Provinzhauptstädten von Spanien. Wir haben uns im Pub Abbacanto, einer Designbar, getroffen. Sie waren Models und trugen Klamotten von Encarna Valiente, der protzigsten Modeboutique-Besitzerin der Stadt.

GRANADA

Die meisten Leute auf diesem Festival waren Rocker und dieses Indie-Pärchen ist rausgestochen. Es ist eines der wenigen Fotos von mir, wo im Hintergrund der Portraits Leute sind, aber diese Sonnenstrahlen hatten es verdient, im Bild zu bleiben. Sie sagten, dass sie aus Madrid sind und eine Band starten wollten oder schon ein hatten. Ich konnte es nicht hören, weil die Musik auf der Bühne zu laut war.

HUELVA

Dieses Mädchen, Rosa, hatte die Stadt echt im Griff. Sie war außerdem auch das charmanteste Mädchen in Huelva. Das Problem ist, dass ich ihre Telefonnummer nicht behalten hab und sie nicht mehr gesehen habe. Ich würde mich freuen, von ihr zu hören. An diesem Nachmittag haben wir uns im Barrio Obrero—dem Arbeiterviertel—getroffen, das gerade renoviert worden war. Es war wie auf einem Festival für Pop-Farben, wie sie.

VUELVA

Es war früh am Morgen in einem Schwulenclub namens Muelle. Er liegt in einem Randbezirk der Stadt in einem Industriegebiet. In dieser Nacht waren mehr Leute in den Autos, die draussen geparkt waren, als in dem Club. Du hast dir auf der Tanzfläche jemanden geangelt und danach ging‘s zur Sache.

MADRID

Die Stadt Carabanchel hatte einen Graffiti-Marathon organisiert, um die Mauer um ihre Rennstrecke zu bemalen, und diese Typen haben teilgenommen.

HUELVA

Ich habe sie getroffen, als sie gerade aus einem Lokal namens Pasíon kamen. Es war früh und ich hätte sie ewig fotografieren können und sie haben angefangen, sich zu küssen, seine Lippen sind mit ihrem Lippenstift verschmiert.

MADRID

Ich war in El Rastro und habe ihn gesehen, wie er gerade T-Shirts angeguckt hat, die fast identisch mit dem waren, was er an hat. Die Einstellung, die sich in seinen Augen zeigt, macht das Bild aus.

PHOTOS & TEXT: MIGUEL TRILLO
INTRO: JUANJO VILLALBA

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